Hochkarätig besetzt war das so genannte 11. Hertener-Kulturgespräch im Schloss der Stadt.
Kein Geringerer als das Urgestein der SPD, Rudolf Dressler, hier trifft diese Beschreibung allemal zu, würdigte die Partei und las ihr gleichzeitig die Leviten. Rudolf Dressler war lange Bundestagsabgeordneter der SPD, Parlamentarischer Staatssekretär im Kabinett Helmut Schmidt, später Deutscher Botschafter in Israel.
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Dressler nahm sich unter anderem die Finanzkrise vor und klagte über die soziale Ungerechtigkeit, Banken zu retten, aber im Sozialwesen zu sparen, koste was es wolle. Das Ergebnis: Vielfach eine kaputte Infrastruktur ohne Schwimmbäder, mit maroden Schulen und verarmten Rentnern.
In der 150jährigen Geschichte gab es viel Brüche und auch Irritationen. Daraus zu lernen gehört zu den vordringlichsten Zielen der jetzigen Politikergeneration. Die Sozialdemokraten haben weiter eine wichtige Aufgabe zu erfüllen, nämlich soziale Schieflagen zu verhindern und sich für eine gerechtere Gesellschaft zu engagieren.
Sein kritischer Beitrag sorgte für große Nachdenklichkeit.
Antje Bücker unterhielt mit ihren Liedern zur Gitarre und bot dazu den passenden Rahmen des Kulturgesprächs.
Und Roland Klapprot, Leiter der Arbeitsgruppe „150-Jahre SPD“ beim Parteivorstand ermunterte die Teilnehmer zur Diskussion hier und im eigenen Ortsverein, Stadtverband, in der Familie, der Gewerkschaft - also überall wo aufgeschlossene Menschen an einer besseren Welt mitarbeiten wollen.
Nachhaltig beeindruckt, verließ ich die Veranstaltung, die spannend zeigte, dass es sich lohnt über den Tellerrand der Tagespolitik zu blicken.
Mir ist noch einmal klar geworden, was unsere Vorgänger in der Partei in den letzten 150 Jahren geleistet haben und das es gilt, das zu bewahren.
Jürgen Heinisch, stellv. Vorsitzender SPD-Rhade