- Frage: Schulpolitik sollte nie auf dem Rücken der Schüler und Eltern ausgetragen werden. Ist der Schulfrieden im Bereich Wichern-Grundschule nachhaltig gestört?
Dirk Groß: Das bisherige Bemühen um einen Schulkonsens im Grundschulbereich bleibt nachhaltig gestört, wenn der Bürgermeister und die CDU die Belange der Schulkinder weiterhin so rigoros und mit Tunnelblick den Sparzwängen unterordnen. Die stets guten Anmeldezahlen für die Wichernschule sprechen für sich. Ebenso sind nicht alle Möglichkeiten für anderweitige Minderausgaben ausgereizt, so zum Beispiel die Nutzung aller leerstehender Räume an der Augustaschule/Wichernschule für Förderschüler.
- Frage: Der Schuldezernent Lars Ehm (CDU) beklagt sich über den Schulentwicklungsplan der Nachbargemeinde Schermbeck wegen der unterstellten Abwerbung von Dorstener Schülern. Wäre die Stärkung der eigenen Schullandschaft durch eine eigene Exzellentoffensive nicht die bessere Antwort?
Dirk Groß: Vollkommen richtig! Solange Dorstener Kinder immer noch an der Gesamtschule Wulfen abgelehnt werden, können wir froh sein, dass eine gut aufgestellte Gesamtschule in Schermbeck diese aufnehmen kann. Ausreichende Platzangebote in Dorsten herstellen, das sollte das Ziel sein.
- Frage: Früher geltende flexible Schulbezirksgrenzen für Grundschulen, haben neben dem Bestand vor Ort, in der Regel für eine gesunde „Mischung“ der Schüler gesorgt. Wäre die Rückkehr zu dieser Steuerungsmöglichkeit nicht eine gute Gelegenheit die Chancengleichheit für alle Grundschulkinder in den Quartieren zu erhöhen?
Dirk Groß: Eine Rückkehr zu den Schulbezirksgrenzen verhindert sicherlich extreme Schieflagen. Chancengleichheit hängt in erster Linie aber von der pädagogischen Qualität der jeweiligen Grundschulangebote ab - eine engagierte Lehrerschaft und eine gute Sachausstattung wiegt mehr und vieles auf. Die Rückkehr zu den Schulbezirksgrenzen sollte daher meiner Meinung nach als letztes Mittel genutzt werden.