Die Wandlung vom Saulus zum Paulus –
oder die Kehrtwende der CDU/FDP?
Die Katastrophe in Japan verschlägt mir die Sprache.
Ich leide mit den Menschen. Sie haben keine Perspektive und Todesangst.
Jahrelang habe ich mit dem Autoaufkleber „Atomkraft – nein danke“ Werbung für eine verantwortbare Energieproduktion gemacht.
Nie habe ich mir aber vorstellen können, dass es mal so schlimm kommen könnte, wie in Fernost.
Politisch wurden wir für unsere Haltung angefeindet.
2 Lager standen sich unversöhnlich gegenüber. Hier SPD/Grüne (Gefahr erkannt, Atomkraft-nein danke) – dort die CDU/CSU/FDP, die sich vor den Karren der Atomindustrie spannen ließ. „Das Restrisiko ist gering und zu vernachlässigen“.
Dann ein Durchbruch der Vernunft. Rot/Grün hat es geschafft, mit den Betreibern eine gesetzliche Vereinbarung zu schließen. Tenor: Ausstieg aus der Atomenergie in Schritten. Die Mehrheit der Bevölkerung war immer dafür.
Ohne Not hat die neue Koalition dieses Gesetz kassiert. Die Atomlobby war erfolgreich.
Es wurden Ängste geschürt. Plötzlich war eine Stromlücke da, die nur mit mehr Kernkraft geschlossen werden konnte.
Jetzt sind es die gleichen Politiker, die versuchen sich an die Spitze der dramatisch veränderten Situation setzen. Jetzt ist es wieder Frau Merkel, die 7 Kraftwerke vom Netz nehmen lässt. Stromlücke? Plötzlich geht’s?
Herr Mappus hat den Rücktritt von seinem Parteifreund Röttgen gefordert, weil dieser gewagt hatte, einer kleineren Verlängerung der Laufzeit als die dann beschlossenen 12 Jahre das Wort zu reden.
Jetzt sitzen diese beiden einträchtig am gleichen Tisch, um uns zu erklären, dass sich etwas ändern müsse? Zwar nur erst mal für 3 Monate, um zu prüfen ob das eigentlich geht?
Wer war es denn, der Hermann Scheer verunglimpft und mit allen Mitteln im hessischen Landtagswahlkampf bekämpft und beleidigt hat? Hermann Scheer, SPD-MdB, Träger des Alternativen Nobelpreises und als „Solarpapst“ in die Geschichte eingegangen – leider im letzten Jahr mit 66 Jahren verstorben - , hatte nachgewiesen, dass Hessen ohne Atomkraft, mit alternativer Energie auskommen kann. Das sind die gleichen gewesen, die jetzt plötzlich die alternativen Energien zu erkennen glauben. Übrigens ein Wolfgang Clement war mit der größte Pro-Kernkraft-Agitator. (Wo hat er sich jetzt versteckt?)
Nein – ich würde es ihnen allen so gerne abnehmen, dass sie sich vom Saulus zum Paulus geändert haben. Es geht mir aber zu schnell. Wenn da nicht die vielen Landtagswahlen wären…….
So will ich weiter für eine Energiewende, auch in Dorsten (Stadtwerke – weg von RWE), kämpfen.
Und, noch heute bestelle ich mir einen neuen Autoaufkleber „Atomkraft - nein danke!“
Dirk Hartwich