Sonntagsgedanken aus Rhade
Israel hat das Recht, sich mit militärischen Mitteln gegen einen Angriff von außen zu wehren. Die Ukraine hat das Recht, Waffen einzusetzen, um einen Überfall, eine Okupation abzuwehren. Das sieht das Völkerrecht vor. Das gilt für ALLE Länder. Es gab einmal ein kleines Zeitfenster der internationalen Entspannung. In der Folge wurden Verträge geschlossen, die auf Vertrauen, Partnerschaft auf Augenhöhe, wirtschaftliche Zusammenarbeit und Abrüstung setzten. Letztlich ist die deutsche Wiedervereinigung ein Ergebnis dieser klugen Politik. Warum und wann genau diese positive Entwicklung stoppte und ins Gegenteil drehte, wird international völlig unterschiedlich analysiert und bewertet. Im Ergebnis ist festzuhalten, dass ein Staat nicht auf die Mittel zur Selbstverteidigung verzichten kann. Er muss also für den Fall der Fälle gerüstet sein. „Frieden schaffen ohne Waffen“ bleibt solange ein Traum, bis die Menschheit begriffen hat, dass Angriffskriege immer (grenzenloses) Leid erzeugen, aber nie zur Lösung unterschiedlicher Auffassungen taugen. Großmannssucht, Wunsch nach territorialer Ausweitung und religiöser Hass verhindern momentan jede dauerhafte Verständigung. Es ist bitter, und nach Willy Brandts erfolgreicher Entspannungspolitik ernüchternd, wenn der deutsche Verteidigungsminister den Satz ausspricht, Deutschland müsse kriegstauglich sein. Spätestens jetzt ist der Traum von „Schwerter zu Pflugscharen“ ausgeträumt. (Aber im Prinzip nicht falsch.)