Die Lokalzeitung wird besonders intensiv gelesen und bewertet
„Das stand so in unserer Zeitung, also stimmt es!“ Dieses Statement wird häufig genutzt, um sich in einer Diskussion vor Ort zu positionieren. Mehr Anerkennung des Berufsstands JOURNALISTIK geht nicht. Wenn z. B. die Lokalzeitung über Sachverhalte berichtet, Hintergründe beleuchtet und ausschließlich in gekennzeichneten Kommentaren die eigene Meinung vertritt, dann erfüllt das genannte Medium alle positiven Qualitätskriterien aus Sicht eines Lesers (und Abonnenten). Andererseits ist die Gefahr, eigene Gedanken in die Berichterstattung einfließen zu lassen, jedem Journalisten bewusst. Dazu gehört auch das vollständige Ignorieren oder das Überbewerten von bestimmten Sachverhalten. Eine Zeitung lebt von den Lesern und ihrer Reaktion auf veröffentlichte Texte. Nun hat Ralph Gorski, in der Lippestadt bekannt durch sein ehrenamtliches Engagement bei „Dorsten gegen rechts“, einen Leserbrief geschrieben, der die Lokalredaktion der DZ daran erinnert, dass die ständige Berichterstattung über die örtliche AfD einer „unbeabsichtigten Werbung“ für diese Rechtsaußenpartei sehr nahe kommt. Und genau hier stimmt die Einschätzung von Ralph Gorski mit mehreren Artikeln auf dieser Internetseite überein, die ebenfalls die DZ-Redaktion daran erinnert, beispielsweise nicht aus jeder AfD-Plakat-Zerstörung eine Titelgeschichte zu formulieren. Unsere Lokalzeitung verdient jegliche Unterstützung, um nicht vollständig zwischen anderen Medienformaten zerrieben zu werden. Das schließt eine konstruktive, kritische Begleitung der Redaktion nicht aus.
Dirk Hartwich