Bauen für die Ewigkeit?

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St. Urbanus-Kita „stirbt“ bereits nach 60 Jahren, Einkaufszentren werden selten 50 und Brücken brechen noch früher zusammen

Egal welche Stadt man als Tourist besucht, immer ist es die Altstadt, die wie ein Magnet wirkt. Der Blick wandert entlang alter Häuser, die in der Regel deutlich mehrere 100 Jahre Geschichte erzählen können. Sie strahlen Ruhe und Gemütlichkeit aus und verführen zum Flanieren und Bleiben. Die alten Baumeister scheinen mehr vom nachhaltigen und kreativen Bauen verstanden zu haben als nicht wenige Architekten heute. Der Zeitgeist scheint momentan den Zeichenstift zu führen. Wer mit offenen Augen durch Neubaugebiete schlendert, trifft zwar auf schöne Häuser, die sich aber alle irgendwie ähnlich sind. Ob diese Quartiere jemals die Auszeichnung „Altstadt“ verliehen bekommen, darf bezweifelt werden. Wir stellen heute fest, dass erstaunlich früh die Abrissbirne anrückt, als dass über Erhalt und Sanierung gerungen wird. Nun also die Urbanus-Kita in Rhade. 60 Jahre und dann total abgängig? Gestern waren es die Einkaufszentren in Dorsten und Wulfen, die keine 50 Jahre "lebten". Und über Brücken, die plötzlich in die Elbe fallen oder in Lüdenscheid gesprengt werden müssen, soll an dieser Stelle kein Wort verloren werden. Interessant ist aber, dass z. B. die alten Bahnhöfe in Hervest und Dorsten saniert wurden und nun als Schmuckstücke unserer Stadt gelten. Warum Gebäude, wie die genannte Rhader Kita mit 60 völlig wertlos sein sollen, will dem Betrachter von außen, der den Begriff der Nachhaltigkeit auch auf Gebäude anwendet, nicht einleuchten.

Rhader Gedanken über die schnelle Abgängigkeit von Bauwerken

 
 

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