Bulgarien hat den Euro eingeführt

Bundespolitik

Ein kritischer Blick in das ärmste EU-Land

2007 wurde Bulgarien, zeitgleich mit Rumänien, in die Europäische Union aufgenommen. In beiden Ländern stieg die Hoffnung, die Armut zu überwinden. Umgekehrt erhofften sich die 25 Aufnahmestaaten neue Märkte und günstigere Produktionskosten im äußersten Osten der Union. Nun erhielt Bulgarien als 21. Mitglied der Eurozone auch den Euro als Zahlungsmittel. Das Land erlebt parallel eine beispiellose Instabilität der Regierungen. Acht Wahlen in 4 Jahren sprechen eine deutliche Sprache. Demonstranten zwangen Regierungen immer wieder zum Rücktritt, weil die galoppierende Korruption Bestand hatte. Die Einführung des Euros ist an strenge Bedingungen geknüpft. 2024 waren diese nach Bewertung der EU-Kommission noch nicht erfüllt. Die Inflationsrate war zu hoch. Innerhalb von nur 2 Jahren schaffte es Bulgarien aber, die Messlatte zu unterschreiten. Erinnerungen an Griechenland werden wach. Inzwischen haben sich 3600! deutsche Unternehmen in Bulgarien niedergelassen. Kosten für Personal und Energie sind niedrig, die Körperschaftssteuer beträgt 10%. Umgekehrt genießen die Bulgaren Freizügigkeit in allen EU-Ländern des Schengenraums. Unsere Großstädte kennen die negativen Auswirkungen. Tausende werden, teils von skrupellosen Schlepperbanden organisiert, in heruntergekommenen Häusern untergebracht, mit Scheinarbeitsverträgen ausgestattet, bei der Sozialhilfe-Antragstellung „beraten“ und parallel gnadenlos abkassiert. Diese gravierende Fehlentwicklung wahrzunehmen und wirksam gegenzusteuern, muss endlich in Berlin und Brüssel gehört werden.

Rhader Nachdenkzeilen auf Grundlage des ZEIT-Artikels „Korruption und Euro“ am 30.12.2025

 
 

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