Ein Kommentar aus Rhade
Energiewende bewegt jetzt auch Dorstener CDU
Als 2009 der Bürgermeisterkandidat der SPD, Dr. Hans-Udo Schneider, das Thema „Kommunale Energiewende“ auf die Tagesordnung setzte, wurde er und die ihn unterstützende SPD von Seiten der CDU heftig, unangemessen und unfair angegriffen.
Da war die Welt der Dorstener CDU noch in Ordnung.
Die Mutterpartei in Berlin hat gesagt wo es lang geht – und die Dorstener CDU folgte gerne und, wie immer, ein wenig mit vorauseilendem Gehorsam.
Wer auch nur das Wort „Stadtwerke“ an der Lippestadt in den Mund nahm, wurde mit ätzender Häme und besserwisserischen Kommentaren in Grund und Boden gestampft. Immer begleitet von der RWE, die sich ihrer Position sehr sicher war. Zu sicher, wie es heute aussieht.
Denn wer hätte vor 2 Jahren damit gerechnet, dass genau die gleiche Regierungskoalition in Berlin, die gerade die Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke beschlossen hat, eine 180-Grad-Kehrtwende, nun weg von der Atomenergie, verabschiedet?
So wurden auch die heimischen Christdemokraten kalt erwischt.
Aber - sie sind Meister im Aufspringen bereits anfahrender Züge. So verwundert es nicht, dass sie jetzt versuchen, sich an die Spitze der Diskussion „Kommunale Energiewende“ zu setzen.
Jetzt rufen auch sie auf, einen CDU-Arbeitskreis zu gründen, der den in Gang gesetzten Prozess „Energiewende“ begleiten soll.
Das wäre nicht zu bemängeln, wenn nicht der Eindruck hängen blieb, dass das nur gemacht wird, um den bereits bestehenden Arbeitskreisen der SPD und den überparteilichen Initiativen „Dorsten ohne Atomstrom“ und „Barkenberg“ etwas Parteipolitisches entgegen zu setzen.
Da aber der Verdacht nach wie vor besteht, zu taktieren, solange wird die Dorstener CDU ein Glaubwürdigkeitsproblem haben. Nach innen und nach außen.
Dirk Hartwich