Geschichten und Geschichte von unten
Langweilige Routine kommt nicht auf. Obwohl jetzt bereits der 76. Jahrgang des Heimatkalenders der Herrlichkeit Lembeck und der Stadt Dorsten präsentiert wurde. Es ist in jedem Jahr spannend und hochinteressant, dabei zu sein und zu hören (und sehen), was die vielen Autoren ihrer Leserschaft an Geschichten und Geschichte diesmal zu bieten haben. Und was sich auf den über 300 Seiten findet, ist absolut lesenswert. Das Inhaltsverzeichnis verrät eine gelungene Mischung aus Gedichten, Fotos, Zeitgeschehen, Geschichte, Natur und Umwelt, literarischen Texten, Brauchtum und interessanten Begebenheiten in unserer Stadt. Ein Einstieg, der Lust auf mehr macht.
Zwei Schwerpunktthemen sind erkennbar: Die Reformation vor 500 Jahren mit all ihren Aspekten der Gegenwart, auch in der Lippestadt, hier ist Dietmar Cudaska, Superintendent des ev. Kirchenkreises Gladbeck – Bottrop – Dorsten, einer der Verfasser, sowie die dramatische Flüchtlingskrise, die die Lippestadt vor außergewöhnliche Herausforderungen stellte und stellt, die sie, so Dorothee Feller, Regierungsvizepräsidentin der Bezirksregierung Münster, hervorragend gemeistert hat. Es sind aber nicht nur die „Offiziellen“, die in dem Heimatkalender zu Wort kommen, sondern es sind überwiegend Menschen „wie du und ich“ aus unserer Stadt, die aus der Liebe zum Schreiben und Fotografieren der engagierten Redaktion, alle ehrenamtlich unterwegs, ihre Beiträge für das Jahrbuch kostenlos anbieten. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Der Leser wird feststellen, dass die Qualität dieses außergewöhnlichen Buches von Jahr zu Jahr zunimmt. Bei einem Preis von 10 Euro sollte es vielen Menschen nicht schwerfallen, zuzugreifen, zu verschenken und – zu lesen. Es lohnt sicht wirklich.
Dirk Hartwich
Eine persönliche Anmerkung: Der Unterzeichner ist mit zwei Beiträgen an dem Buch beteiligt:
- Prima Klima? Was Dorsten mit dem Weltklima zu tun hat – Ein Erklärungsversuch
- Die Rennpferde des kleinen Mannes. Eine Geschichte über den Brieftaubensport – weltweit und in unserer Stadt.
Wird fortgesetzt