
Gibt es noch Auswege? Gastkommentar von Dr. Hans-Udo Schneider (Teil 1)
Ozeane und Kontinente haben drei Probleme: Die Erwärmung, die Verschmutzung, der Raubbau. Jedes dieser Probleme ist für sich bedrohlich und kompliziert. Sie haben jedoch eine Gemeinsamkeit: Wir Menschen haben sie verursacht. Daran zu zweifeln, ist Selbstbetrug.
Selbst, wenn wir total egoistisch wären, die Natur uns völlig egal, können wir nicht darüber hinwegsehen, dass sie für unsere Wirtschaft, die Ernährung, das soziale Zusammenleben überlebensnotwendig ist. Wir sprechen vom Klimawandel und seinen Folgen: Hitzetote, verheerende Waldbrände, Wassermangel, Dürre, Missernten, Anstieg des Meeresspiegels, Über-schwemmungen, grassierendes Artensterben.
All das ist seit Jahrzehnten bekannt. Im Pariser Klimaabkommen von 2015 setzte sich die Welt das Ziel, die Erderwärmung auf möglichst 1,5 Grad gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter zu beschränken. Dazu wäre es notwendig, bis 2050 nicht mehr Kohlendioxid auszustoßen, als durch natürliche und technische Speicher aufgenommen werden kann. Ein sehr ambitioniertes Ziel. Die Aussichten sind jedoch düster.
Die Warnungen und Schreckensmeldungen der letzten 40 Jahre brachten keinen durchschlagenden Erfolg. Verbindliche Regelungen der Weltgemeinschaft gibt es nicht, scheitern an Eigeninteressen. Sind also Ängste, Verbote wenig geeignet, Menschen zu Verhaltensänderungen zu bewegen? Vieles spricht dafür.
Nachhaltiger sind Erfahrungen, wo sich neue Verhaltensweisen mit Lebensfreude verbinden. Es ist das Staunen über die Schönheit alles Lebendigen. Konkret: Überall dort, wo Menschen der Natur, dem Meer Schutzgebiete zuweisen, zeigen sich erstaunliche Erfolge: die Artenvielfalt nimmt zu, das Binnenklima verändert sich, die Natur wird widerstandsfähiger. Wir hier im Ruhrgebiet können das bestaunen in Naturschutzgebieten, in der Renaturierung von Flüssen und Industriebrachen.
Wird morgen unter der Überschrift: Wie gelingt das Umdenken? - Was ist zu tun? Von Barkenberg lernen - Die Stadt im Grünen (Teil 2 und Schluss)