Die Abzocke an der Tankstelle geht weiter
Kurz vor 12. Gedränge an der Tankstelle. Autofahrer versuchen noch schnell nachzutanken. Günstig ist der Sprit zwar nicht, aber nach 12 Uhr steigt der Preis in der Regel um 20 Cent pro Liter. Warum? Diese Frage ist absolut berechtigt. Denn mit Marktwirtschaft hat der Preissprung ab der Mittagszeit gar nichts zu tun. Er ist die Folge einer politischen Entscheidung. Um die bislang unerklärlichen dauerhaften Preisbewegungen innerhalb von 24 Stunden zu beenden, setzte der Gesetzgeber durch, die Preise nur noch einmal täglich, und zwar um 12 Uhr mittags zu verändern. Dass dann der Preis künstlich nach oben schnellt, konnte sich jeder ausrechnen. Und dass sie anschließend in Zeitlupe wieder nachgeben, kennt ebenfalls jeder Verbraucher. Was also wurde gewonnen? Mittags verlassene Tankstationen, dafür am nächsten Vormittag Gedränge. Logisch ist das alles nicht. Und dass die Abzocke an der Zapfsäule unverändert seit Jahren anhält, macht ratlos. Das Kartellamt prüft, und prüft, und prüft … Und was war mit der Übergewinnsteuer? Die Ratlosigkeit der Politik und der Verbraucher hält an. Parallel steigen die Gewinne der Mineralölkonzerne ins Unermessliche. Jetzt wird eine Spritpreisbremse von der SPD ins Spiel gebracht. Eine gute Idee. Aber wer kann, bzw. wer will sie umsetzen? Die Ratlosigkeit wird von der gesellschaftspolitischen Ohnmacht, nichts ändern zu können, abgelöst. Der aktuelle Begriff lautet Kapitulation vor Esso, BP, Shell, Total und Co.
Rhader Wochenendgedanken