Die Demokratie lebt - wenn sich junge Menschen engagieren

Gesellschaft

Wie lange hält die Solidarität an? Ein kleiner Kommentar aus Rhade

Es sind beeindruckende Bilder. Hunderttausende gehen auf die Straße, um zu trauern und Solidarität zu bezeugen. Der Terror in Paris hat uns das ungelöste Problem des religiösen Fanatismus sehr nahe gebracht. Es sind auch viele junge Menschen auf der Straße, die für Weltoffenheit und Chancengleichheit, unabhängig von der Herkunft, des Aussehens, der Religion demonstrieren. Das ist gut so. Diese Generation, auch Generation Y oder Generation Merkel genannt, stand bis gestern im Ruf, Egotaktiker, das heißt angepasst, unpolitisch, leistungs- und sicherheitsorientiert (Shell-Studie) zu sein. Der Protest auf der Straße muss nun aber so kanalisiert werden, dass daraus etwas Nachhaltiges entsteht. Nachhaltig heißt in diesem Zusammenhang, sich aktiv an politischen Prozessen zu beteiligen. Und genau hier ist das Dilemma mit den Händen zu greifen. Allen demokratischen Parteien fehlt genau diese Altersklasse zwischen 16 und 30, die für frischen, gesellschaftspolitischen Wind sorgen könnte, nein müsste. Um die „Welt“ zu verändern, sprich, sie zu verbessern, sind Demonstrationen oft der erste Schritt zu mehr Engagement. Wünschenswert wäre, wenn aus der echten Trauer und der beeindruckenden Solidarität, sich jetzt eine nachhaltige direkte gesellschaftspolitische Einmischung entwickeln würde. Unsere Parteien, die Kirchen, Vereine, die Gewerkschaften und die vielen Bürgerinitiativen sowie Stiftungen würden sich freuen. Salopp gesagt: "Wir brauchen Euch!"

 
 

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