Die EU und ihr fortwährender Selbstbetrug

Europa

Angeblich sind wir weltweit mit 27 Mitgliedsländern und zahlreichen Staaten, mit denen zusätzlich bilaterale Abkommen geschlossen wurden, der größte Wirtschaftsraum - weltweit. Wir hören ununterbrochen, dass wir uns deshalb locker zwischen den Blöcken USA und China behaupten können. Voraussetzung ist, dass die EU der 27 sich einig ist. Und genau hier beginnt das Dilemma. Die Gemeinsamkeit ist im Laufe der Jahre unter den kleinsten gemeinsamen Nenner gesunken. Es ist für alle erkennbar, dass weder die unterschriebenen Werte gelebt, noch die im Namen aller geschlossenen Wirtschaftsverträge eingehalten werden. Statt Solidarität wird Rosinenpickerei gepflegt. Schlechte Voraussetzungen, um am Verhandlungstisch auf Augenhöhe zu agieren. Das wurde jetzt vom selbst ernannten König der Dealmaker, Trump, brutal ausgenutzt. Die Schleimerei der letzten Monate, an denen sich viele Staatsoberhäupter aus Europa und darüberhinaus erniedrigend übertrafen, hat ihren vorläufigen Höhepunkt auf einem Golfplatz des „amerikanischen Sonnenkönigs“ in Schottland erreicht. Die Präsidentin der europäischen Kommission, die uns permanent hat weismachen wollen, dass wir auf ungerechtfertigte US-Zölle mit harten Gegenzöllen antworten werden, ist vor den Augen der Weltöffentlichkeit eingeknickt. Zurück bleiben leere Worte. Dieser Selbstbetrug an Realitätseinschätzung ist auch ein Betrug an den 448 Millionen Einwohnern der EU. Statt peinlichem Schweigen, tiefer Ratlosigkeit und offenem Fremdschämen muss erstens der Selbstbetrug eingestanden werden, um dann, zweitens, Europa neu zu erfinden. Aktuell werden wir durch ein tiefes politisches und wirtschaftliches Tal gehen müssen.

Wochenendgedanken aus Rhade

 
 

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