SPD-Rhade diskutiert engagiert und umfassend
Dass, was auf Dorsten zukommt, ist eine gewaltige Herausforderung. Die Flüchtlingszahlen bringen Verwaltung und ehrenamtliche Helfer an natürliche Grenzen. Ohne jede Einschränkung lobten die Teilnehmer des gut besuchten SPD-Treffens die Anstrengungen, nicht nur einen geordneten Ablauf zu gewährleisten, sondern den Menschen auf der Flucht, Hilfe, Menschlichkeit und Würde zu gewähren. Die Beteiligung von 500 Bürgern in Lembeck, um sich über die 3. Erstaufnahmeeinrichtung der Lippestadt (Laurentiusschule) zu informieren und sich mit überwältigender Beteiligung ehrenamtlich einzubringen, wurde ebenfalls beispielhaft für andere Stadtteile und Städte herausgestellt.
„Neben der humanitären Seite der Katastrophe, muss sich eine politische Partei aber auch mit den Ursachen und der Krisenbewältigung auseinandersetzen“, so der Tenor der überaus engagiert geführten Diskussion. „Das Grundrecht auf Asyl darf weder zur Disposition stehen, noch eingeschränkt werden“, lautete ein weiterer Diskussionsbeitrag.
Von der Politik (EU und Bund) u. a. angedachte Maßnahmen wie:
- mehr internationale Entwicklungs- und Wirtschaftshilfe
- Bau von akzeptablen Erstaufnahmeeinrichtungen an der EU-Außengrenze
- Schnellere Bearbeitung der individuellen Asylanträge
- Verbindlicher Flüchtlingsverteilungsschlüssel auf alle EU-Länder
- Beendigung der Kriege durch verstärkte globale Diplomatie
- Usw.,
werden aber erst in Jahren, wahrscheinlich Jahrzehnten greifen, waren sich die Diskutanten einig. Welche innenpolitischen Gefahren dadurch lauern, brachte ein Teilnehmer auf folgenden Nenner: „Gelingt es der politischen Klasse über alle Parteigrenzen hinweg nicht, die Akzeptanz für die humanitäre Flüchtlingsaufnahme und Hilfe in der Bevölkerung deutlich mehrheitsfähig zu erhalten, läuft unsere liberale, demokratische Grundordnung Gefahr, von rechts nicht nur in Frage gestellt zu werden, sondern auch nachhaltigen Schaden zu nehmen“. Ein Aspekt, der für große Nachdenklichkeit sorgte. Hans-Willi Niemeyer, Vorsitzender der Rhader SPD, will genau diese Position aufgreifen und in weiteren Gesprächen mit Verantwortungsträgern der Partei diskutieren.
„Wie können wir persönlich helfen?“ Eine Frage, die am Ende des Treffens alle bewegte. Da die deutsche Sprache die beste Integration für Menschen ist, die bei uns leben wollen, sind qualifizierte Sprachkurse unumgänglich. Eine spontane Sammlung, die der Rhader SPD-Vorsitzende zu diesem Zweck angeregt hatte, ergab die stolze Summe von 1000 Euro. „Ich denke, dass wir mit diesem kleinen Baustein die Initiative der Dorstener Zeitung und der Stadtverwaltung etwas unterstützen konnten“, so Niemeyer abschließend.