Wagenknecht und Lafontaine in der Ego-Falle?
Oskar Lafontaine und Sahra Wagenknecht verbindet nicht nur die Liebe, sondern auch der ehrgeizige Wunsch, künftig in den deutschen Geschichtsbüchern Erwähnung zu finden. Sie sind beide Politprofis durch und durch und wissen exzellent auf der Kommunikationsklaviatur zu spielen. Sie wollen immer recht haben und stehen mit abweichenden Meinungen auf Kriegsfuß. Oskar Lafontaine hat die SPD im Zorn verlassen, sie dann mit Unterstützung von BILD bekämpft, um eine neue politische Heimat bei der Linkspartei zu suchen. Sahra Wagenknecht, dort in führenden Funktionen, wortgewaltig und gegenüber Andersdenkenden ebenfalls nicht zimperlich, bildete fortan mit ihm ein interessantes Duo. Persönlich und auf der politischen Bühne. Während Oskar Lafontaine inzwischen die Linkspartei, wieder im Zorn, verlassen hat, kokettiert seine Frau mit der Neugründung einer Partei. So wie bei Lafontaine das späte Ziel, die SPD zu schädigen, zerlegt Wagenknecht nun die Linke. Die neue Partei wird wohl zum Jahresende aus der Taufe gehoben. An der Spitze Sahra Wagenknecht und als Souffleur Oskar Lafontaine. Viele politischen Begleiter und Pressevertreter konstatieren beiden einen schwierigen Charakter. Rechthaberisch und verletzend, wenn politische Konkurrenten Kritik an ihren Gedankengängen üben. Sie agieren sektiererisch und sind unfähig, ihr zweifelsfrei vorhandenes Politwissen in praktisches Regieren umzusetzen. Am Ende bleiben nur Scherben des mutwillig zerbrochenen Porzellans.
Gedanken eines Rhader Sozialdemokraten, der die SPD-Politkarriere Lafontaines lange unterstützt hat