Die Lage ist ernst. Ist sie auch hoffnungslos?

Kommunalpolitik

Dorstener Kommunalwahlergebnis wirft viele Fragen auf

Thomas Boos hat die Faxen dick. Der engagierte FDP-Mann wollte hoch hinaus und ist tief gestürzt. Sein langjähriges Engagement für Dorsten wird auch vom so genannten politischen Gegner anerkannt. Seine daraus abgeleitete Annahme, dass das auch der ganz normale Wähler so sieht, war eine dramatische Fehleinschätzung. Jetzt hat er die Brocken hingeworfen. Ein weiteres Desaster für die örtliche FDP.

Es sind aber auch alle anderen Kommunal-Parteien, die sich selbstkritisch einige Fragen stellen müssen.

Auch die Grünen haben kein gutes Wahlergebnis erzielt. Sie leiden zusätzlich an personeller  Auszehrung. Mit einer Handvoll Aktiver kann man auf Dauer die gestellten Aufgaben nicht erfüllen.

Die Linke hat bis heute nicht bewiesen, dass sie kommunale Themen kontinuierlich begleiten kann. Ihr fehlt es an Personal und Ausdauer. Die UBP gehört nicht in den Rat. Person und dumpfe Thesen ignorieren und aussitzen. Jedes weitere Wort ist überflüssig.

Können die beiden großen Parteien SPD und CDU sich nun zufrieden zurücklehnen?

NEIN! Das wäre Selbstbetrug in Vollendung.

Die SPD hat zwar zugelegt, leidet aber unter der dramatisch niedrigen Wahlbeteiligung. 15 SPD-Ratsmitgliedern sitzen 21 von der CDU gegenüber. Die Christdemokraten haben zwar die Wahl unterm Strich gewonnen, die Zukunft sieht aber auch hier nicht besonders hoffnungsvoll aus.

Die Gefahr, sich auf den Lorbeeren eines rechnerischen Wahlsieges auszuruhen, ist riesig. Die letzten Legislaturperioden haben das eindrucksvoll gezeigt. Dass die SPD davon nicht entscheidend profitieren kann,  gehört zu den ernüchternden Erkenntnissen nicht nur in Dorsten. Die Bundes-SPD gewinnt gefühlt, tatsächlich ist sie aber zweiter Sieger.

Fazit: Alle Dorstener Parteien kommen nicht umhin, nüchtern zu analysieren, eingefahrene Gleise zu überdenken und neue Weichenstellungen zu erarbeiten. Nur dann ist die Lage nicht  hoffnungslos. Die Rhader SPD beginnt damit am kommenden Donnerstag ab 19.30 Uhr in der Gaststätte Pierick.

Eigener Bericht

Morgen folgt eine Einschätzung zur nötigen Dorstener Balance zwischen Rat, Verwaltung und neuem Bürgermeister

 
 

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