Ständige Neuaufstellungen der Parteispitze zermürben die Basis
Die Unsitte, im Fußball nach drei verlorenen Spielen die alleinige Schuld dem Trainer in die Schuhe zu schieben und ihn vom Spielfeld zu jagen, scheint sich auch in den politischen Parteien festzusetzen. Auch die SPD gehört zu der Reihe negativer Beispiele. Aktuell hat die Doppelspitze aus Bärbel Bas und Lars Klingbeil fertig. Anfang Januar werden die Delegierten auf einem Bundesparteitag (wieder mal) einen neuen Vorstand wählen. Verlorene Wahlen, einhergehend mit Mitgliederverlusten, sorgen für miese Stimmung oben wie unten. Dazu eine Medienlandschaft, die jede vermeintliche Schwäche des Führungspersonals gnadenlos verstärkt. So zermürbt, ist dann das Hinschmeißen der übertragenen Verantwortung die logische Folge. Und die Abstände der Neuaufstellungen verkürzen sich immer mehr. Wer soll es machen? Boris Pistorius? Manuela Schwesig? Hubertus Heil? Anke Rehlinger? Wer will es machen? Die Personaldiskussion ist eröffnet. Und die Inhalte? Sie werden nur dann den reinen Status Absichtserklärung verlassen, wenn die Wähler dafür ihr Kreuz wieder bei der SPD machen. Ohne überzeugende Persönlichkeit an der Spitze, jetzt sind wir wieder bei der Personalfrage, wird die SPD nicht aus dem Tabellenkeller der Wählergunst herauskommen. Die Leiden des alten Sozis gehen in die Verlängerung.
Nachdenkzeilen von der Rhader SPD-Basis