Dorsten: Altlasten und kein Ende

Kommunalpolitik

Wer über Jahre die Entwicklung Dorstens begleitet, kann ohne Übertreibung dafür den Begriff Achterbahnfahrt einsetzen. Die kommunale Neugliederung versprach Größe und Wachstum. Zutreffend bei Fläche und Einwohnerzahl. Aber auch bei auftretenden Problemen der kommunalen Selbstverwaltung. Das Versprechen, mit einem riesigen Kohlekraftwerk den Bestand der Zeche zu sichern, zerplatzte wie eine Seifenblase. Parallel nahmen Arbeitslosigkeit und Finanznot Dorstens zu. Die Bereitschaft, künftig den Abfall der Kohlegewinnung auf städtischem Grund und Boden zu deponieren, wurde zwar gerne angenommen, die Zeche dennoch geschlossen. Um aus der Finanzmisere herauszufinden, wurde in der Folge u. a. über den Verkauf der Kanalisation und über neue Finanzierungsprodukte nachgedacht. Während die Kanäle blieben, wurden riesige Summen bei Schweizer Banken versenkt. Im Stadtrat bildeten sich zwei unversöhnliche Gruppen, Zechenfraktion und Nordlichter genannt. Und immer mal wieder ein Zwischenhoch. Plötzlich waren die Finanzprobleme scheinbar überwunden, dann zwangen Bund und Land die Lippestadt, neue Aufgaben zu stemmen - und zu finanzieren. Eine Endlosgeschichte auch das Lippetorcenter, heute Mercaden genannt. Zurück zur inzwischen aufgeschütteten Bergehalde. Statt der vertraglich zugesicherten Umwandlung in eine neue, attraktive Dorstener Parklandschaft, droht jetzt eine auf Dauer unzugängliche Schadstoffdeponie zu entstehen. Noch wehren sich Verwaltung und Stadtrat. Wer aber über Jahre die Entwicklung unserer Stadt begleitet hat, rechnet auch hier nicht mit einem Erfolgserlebnis.

Pessimistische Nachdenkzeilen aus Rhade

 
 

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