Erneuter Besitzerwechsel wirft Fragen auf
1982 wurde das erste Einkaufszentrum am Kanal mit großen Erwartungen für die ganze Stadt eröffnet. Erst hieß es Wilma-, dann Lippetor-Center. Seine etwas verschachtelte Bauweise sollte keinen zu großen Kontrast zu den Altstadthäusern in der Nachbarschaft bilden. Es dauerte aber nicht lange, bis erste Leerstände signalisierten, dass das bestehende Konzept aus Geschäften, Arztpraxen und Gastronomiebetrieben nicht trug. Umbauten, Verkleinerungen folgten, die Krise blieb. Dann das Versprechen eines Investors, mit einem Abriss, Neubau und neuem Namen (Mercaden) das Einkaufen in Dorsten zu einem unvergessenen Erlebnis zu machen. Als sein Gebäudeplan der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, begannen parallel kritische Nachfragen. Insbesondere wollte den Skeptikern nicht einleuchten, warum der riesige Neubau den Zugang zur attraktiven Kanalpromenade im wahrsten Sinne des Wortes verbaute. 2016 dann die Eröffnung und nicht viel später der erste Besitzerwechsel. Alle Versuche, das Konzept „schön zu reden“, begleitet von öffentlichen Lobeshymnen, ist aus wirtschaftspolitischen Aspekten absolut nachzuvollziehen. Ein Negativimage, einmal in der Welt, hat Bestand. Aber die Hoffnungen vom Aufbruch erfüllten sich nicht. Ein verändertes Einkaufsverhalten (online) sorgte für Geschäftsaufgaben vor Ort und Investoren-Besitzerwechsel in den Bankenetagen. Mit kostspieligen Umbauten (2020) sollte der sogenannte turn around erreicht werden. Anscheinend erfolglos. Jetzt wieder ein neuer Besitzer, ein neues Center-Management und angekündigtes optisches Aufhübschen. Innen und außen. Bleiben aber weiter die Kunden und die erwarteten Umsatzzahlen aus, droht Dorsten eine neue Leerstands-Ruine.
Ein Rhader Blick über Lippe und Kanal in die Dorstener Altstadt