Dorsten hat sich verrechnet - um mindestens 20 Millionen Euro

Kommunalpolitik

Kreditpoker endet im Desaster

Nun ist die Katze aus dem Sack. Die Kredit-Finanztransaktionen der Stadtverwaltung mit Schweizer Franken sind gewaltig „in die Hose gegangen“. Das Ende mit Schrecken ist nun real geworden. Jahrelang wurden abwiegelnd nur momentane Buchwertverluste kommuniziert. Und Mahner außerhalb des Rathauses, auch aus Rhade, wurden als nörgelnde Pessimisten und penetrante Besserwisser ins öffentliche Abseits bugsiert. Heute wollen wir (noch) nicht ins Detail gehen. Heute veröffentlichen wir nur nochmals unseren Bericht vom 20. Januar 2015 (!) Danach werden wir nicht zur kommunalen Tagesordnung übergehen. Wir werden Fragen stellen.

Eigener Bericht - Veröffentlicht am 20.01.2015: Hat die Stadt Dorsten Leichen im Keller? - Dorstener Kämmerer nimmt Währungsturbulenzen auf die leichte Schulter

Dorsten ist Pleite. Seit Jahren. Über die Gründe haben wir zig Mal berichtet. Pleite heißt, dass die Ausgaben höher sind als die Einnahmen. Die Finanzlücke wird mit Krediten geschlossen. Banken bieten Kredite zu unterschiedlichen Konditionen (Zinsen und Laufzeit) an. Ein Kämmerer hat die Aufgabe, das Beste, sprich kostengünstigste Angebot für die Stadt herauszufinden. Das Kontrollorgan des Kämmerers ist der Stadtrat. Kredite bei Schweizer Banken in Franken waren lange Zeit der Renner der Kommunalwirtschaft. Risiko? Der bislang feste Wechselkurs zwischen Euro und Franken schien vertretbar zu sein. Jetzt ist etwas passiert, was die Finanzwirtschaft auf den Kopf und Dorsten vor Probleme stellt. Die Schweiz hat die Bindung der beiden Währungen aufgegeben. Ergebnis: Dorsten muss mehr Euros aufbringen, um die Kredite in Schweizer Franken abzulösen. Das heißt: Es ist ab sofort ein großes Verlustgeschäft. Der Kämmerer gibt sich betont gelassen. Etwas zu gelassen - meinen wir. Es ist nie gut „Leichen im Keller zu haben“. Die Leichen sind hier die angesprochenen Kredite. Auch wenn die Laufzeit verlängert werden kann, der Zeitpunkt der Rückzahlung kommt. Und die Dorstener Finanzprobleme werden nicht geringer.

 
 

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