
Drei Fragen an Julian Fragemann
Regelmäßig treten Bürgermeister Tobias Stockhoff und Kämmerer Karsten Meyer vor die Presse, um die Fortsetzungsgeschichte der Lippestadt-Finanzen zu erläutern. „Der letzte Schritt vor dem Abgrund“, lautet der dramatische Titel der Dorstener Zeitung am 15.10.2026. Um aber auch Stimmen aus dem kommunalpolitischen Raum zu hören, stellten wir drei Fragen an Julian Fragemann, stellvertretender Bürgermeister sowie stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD im Stadtrat. Seine Positionierung hilft, den Gesamtzusammenhang der leeren Stadtkasse besser zu verstehen:
Frage 1: Warum hat Dorsten immer zu wenig Geld in der Kasse?
Antwort: Die leeren Kassen sind kein Alleinstellungsmerkmal Dorstens. Dorsten leidet, wie die allermeisten Kommunen auch, seit Jahrzehnten an einer strukturellen Unterfinanzierung.
Frage 2: Leben wir in der Lippestadt über unsere Verhältnisse?
Antwort: Nein, wir leben sicher nicht über unsere Verhältnisse. Selbst im Bereich der sogenannten freiwilligen Ausgaben ist Dorsten sehr zurückhaltend. Ohne diese Ausgaben jedoch, die zum Beispiel für Kultur, Sport, Jugend und Soziales verwendet werden, wäre eine Stadt ja auch nicht lebenswert.
Frage 3: Hat die SPD-Fraktion einen Lösungsplan?
Antwort: Ohne eine ausreichende Mittelfinanzierung der von Bund und Land verordneten staatlichen Aufgaben gibt es keine dauerhafte Lösung. Das Konnexitätsprinzip (wer die Musik bestellt, muss diese auch bezahlen) muss endlich einmal vollumfänglich umgesetzt werden. Da wo die Stadt gewisse - wenn auch nur eingeschränkte - Möglichkeiten hat, wird die SPD ausgewogene und notwendige Einsparungen mittragen, so beispielsweise bzgl. der Ausbaustandards.