Durchwurschteln als politische Strategie?

Gesellschaft

Ob in Berlin, Washington oder Brüssel, überall lähmen (faule) Kompromisse die Zukunftsentwicklung

Über die holprige Arbeit der Ampel wird täglich kommentiert, nicht selten gelästert. Das Dreierbündnis kann sich seit Monaten nur noch auf den kleinsten gemeinsamen Nenner einigen. Hieße der sozialdemokratische Bundeskanzler nicht Olaf Scholz, wäre die Koalition, die mehr Fortschritt wagen wollte, bereits am Ende. Er behält die Ruhe und versucht täglich, im Interesse des Landes, Risse zu kitten, und Kompromisse zu schmieden. Dass der FDP-Vorsitzende Lindner ständig neue Knüppel in die Beine der Regierung, der SPD und der Grünen wirft, ist der destruktive Versuch, eigenes fehlendes Profil zu vertuschen. Irritiert blicken wir auch über den Atlantik. Das dortige politische Schauspiel, als Drama angelegt, macht fassungslos. Der amtierende Präsident zeigt vor aller Welt ganz normale altersbedingte Schwächen, will sie aber nicht wahrhaben. Nicht Altersweisheit, sondern Altersstarrsinn scheint die richtige Diagnose zu sein. Der Kontrahent war schon einmal Präsident. Sein Platz müsste eher das Gefängnis als das Weiße Haus sein. Trotzdem dreht sich in den USA alles nur um diese beiden Personen. Die dahinter stehenden  Parteien scheinen nur noch Staffage zu sein. Die EU der Gutwilligen taumelt. Die Zerstörung erfolgt von innen. Victor Orban (Ungarn), zur Zeit Ratspräsident, zeigt den „EU-Partnern“ den Mittelfinger und macht Politik auf eigene Rechnung. Wer sich aber gegen die latente militärische Bedrohung aus Russland und die wirtschaftliche aus China erfolgreich positionieren will, muss endlich das Egoistische ablegen und zur freundschaftlichenTeamarbeit finden. Wir demokratischen Wähler sind dazu die entscheidende Größe. Die nächste Wahl kommt bestimmt. Hier wie da.

Ein besorgter Zwischenruf aus Rhade    

 
 

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