Berichte werfen Fragen auf und zwingen zum Nachdenken
Frühstück und Tageszeitung. So beginnt der Tag. Wie immer. Das ist gut so. Heute beschäftigen den kritischen, politisch interessierten Leser, einige Themen über den Tag hinaus.
„Ein Drittel der Wähler über 60“.
Tendenz steigend. Na und? Nee, so einfach ist das nicht. Auf der einen Seite kann das Älterwerden ein persönlicher Gewinn sein, andererseits bluten z. B. unsere Vereine und Parteien unaufhaltsam aus.
„RWE steht mit dem Rücken zur Wand“.
Was, dieser Weltkonzern, der sich an den immer weiter steigenden Energiekosten dumm und dämlich verdient haben müsste, gerät ins Trudeln? Kaum zu glauben. Die Verschuldung des Konzerns beträgt einige zig Milliarden (!) Euro. Das soll durch die ausgerufene Energiewende ausgelöst worden sein? Vielleicht teilen uns die Macher mal mit, was sie an falschen Unternehmensentscheidungen so alles in den Sand gesetzt haben. Aktionäre sind übrigens viele Kommunen. Dorsten gehört auch dazu. Schlechte RWE-Bilanz heißt auch, geringere Dividende. So erreicht die miese Unternehmensnachricht auch die Lippestadt.
„In Stellung gebracht“.
Ursula von der Leyen ist auf Truppenbesuch. Sie bereitet die Öffentlichkeit darauf vor, dass künftig die Bundeswehr mehr internationale Verantwortung übernehmen müsse. Das darf doch nicht wahr sein. Noch nicht das Afghanistanfiasko beendet und schon „Auf, auf, Marsch, Marsch - nach Afrika?“ Unser Nato-Partner USA hat den Irakeinsatz mit fast 5000 (!) toten Soldaten bezahlt. Das Ergebnis: Die Lage ist unsicherer denn je. Internationale Verantwortung kann man auch ohne Leopard und Euro-Fighter wahrnehmen.
„Kreditklemme rückt näher“.
Aha, jetzt schlagen die Banken zurück. Gestern noch gezockt und vom Steuerzahler gerettet, heute Marktwirtschaft pur ausleben. Leidtragende sind auch die Kommunen. Nehmen wir das Beispiel Dorsten. Strukturkrise, Zeche geschlossen, Steuereinnahmen weggebrochen – Finanzklemme. Die Rating-Agenturen, wer ist das eigentlich, senken den Daumen, die Kreditzinsen steigen. Dorsten ist in der Schuldenspirale, die nach unten führt, unaufhaltsam angekommen. Was daraus entstehen kann, zeigt uns das Beispiel Griechenland. Kaputtsparen. Wollen wir das? „Weist die Banken in die Schranken!“, so oder ähnlich müssen wir reagieren.
So, jetzt ist alles gesagt. Noch einen Schluck Kaffee, dann kann der Tag wirklich beginnen.