3 Fragen an Laszlo Taube und Joachim Thiehoff
Um unsere wertvollen demokratischen Strukturen zu stärken, ist direkte kommunale Bürgerbeteiligung ein wesentlicher Baustein. Das Bürgerforum Rhade und die Porte Lembeck sind beste praktische Beispiele. Um die Zusammenarbeit zwischen ehrenamtlich agierenden Bürgern, der Verwaltung und dem Stadtrat zu verbessern, wurde für Rhade und Lembeck ein Dorfmanager gesucht - und gefunden. Laszlo Taube (26) wird nach diesem Wochenende einen Arbeitsplatz einnehmen, den es so noch nicht in der Verwaltung gab. Wir haben Laszlo Taube und Joachim Thiehoff, Leiter des Büros für Bürgerengagement, Ehrenamt und Sport der Stadt Dorsten 3 Fragen gestellt, um zu verstehen und zu motivieren, wie wir „den Neuen“ bei seiner Arbeit unterstützen können. Heute der Abschluss mit der dritten Frage.
Frage 3: Muss ein Dorfmanager gegenüber den Bürgern die Verwaltungsmeinung „verkaufen“, oder kann er sich auch einer abweichenden Bürgermeinung anschließen? Steht er schwerpunktmäßig den Bürgerforen zur Verfügung, oder allen gesellschaftspolitisch auftretenden Akteuren in Rhade und Lembeck?
Antwort: Als Kommunikator ist es nicht seine Aufgabe, sich Positionen anzuschließen. Die Entwicklung und Bearbeitung fachlicher oder politischer Positionen obliegt auf Seiten der Stadt Dorsten den Dezernaten und den Fachämtern. Der Dorfmanager unterstützt mit seiner Person, seiner Präsenz und seinen Instrumenten den Austausch und ggf. auch die Austragung von Kontroversen zwischen beteiligten Akteuren, meistens aus Bewohnerschaft und Verwaltung. Als Mitarbeiter der Stadt Dorsten ist er in die Arbeitsstruktur des Rathauses eingebunden. In der Regel stehen dabei nicht hierarchische Fragen im Vordergrund, sondern gemeinsame kreative Bearbeitungsprozesse und das Streben nach Kooperation und gegenseitiger Unterstützung. Dabei steht der Dorfmanager für Transparenz. Kritischen Inhalten wird er grundsätzlich mit Offenheit begegnen und sich auch hierzu bemühen, gelingende Kommunikation zu unterstützen. Der Dorfmanager steht allen stadtgesellschaftlichen Akteuren zum Gespräch zur Verfügung, auch Einzelpersonen und Bürger_innen ohne Vernetzung. Die Stadtteilkonferenzen werden auf Grund ihrer etablierten Struktur sicherlich regelmäßige Partner sein. Das gilt auch für Vereine, Gruppen und Organisationen sowie Unternehmen.