Bestens besucht war wieder die Mitgliederversammlung der SPD im März.
Es gibt ein Leben nach der Politik!
Dieter Grasedieck und Wolfgang Röken vor der Rhader SPD
Überrascht und erfreut zeigte sich Hans-Willi Niemeyer, Vorsitzender der Rhader Sozialdemokraten, dass sich so viele Mitglieder angesprochen fühlten, um von Dieter Grasedieck, Ex-Mitglied des Bundestages (u. a. für Dorsten) und Wolfgang Röken, Ex-Mitglied des Landtages (ebenfalls u. a. für Dorsten) zu hören, ob es ein Leben nach der Politik gibt.
Beide blicken auf einen über Jahrzehnte andauernden politischen Lebensweg zurück. Im Zorn? Nein, Grasedieck und Röken vermittelten den Besuchern einen spannenden Blick in ihr Inneres.
Dieter Grasedieck, 2009 aus der Bundespolitik ausgeschieden, ist zu seinen Wurzeln der ehrenamtlichen Arbeit in der AWO und der SPD zurückgekehrt.
Parallel arbeitet er auch national und international an mehreren Hochschulen und erfüllt Lehraufträge im Bereich der beruflichen Bildung. Sein Fachgebiet früher auch im Bundestag. Er nahm seine hoch konzentrierten Zuhörer auf Reisen nach Moldawien, Rumänien und Saudi-Arabien mit. Neben fachlichen Details war es besonders die uns unbekannte Kultur, die zum Schmunzeln und vielen Nachfragen Anlass gaben.
Wolfgang Röken tat sich wohl schwerer mit dem Abschied aus der Landespolitik 2010. Eindringlich und einfühlsam schilderte er seinen neuen Alltag, der einen ganz anderen Rhythmus hat. Dankbarkeit, meinten die Zuhörer zu spüren, als Röken über sein „neues“ Familienleben mit Enkelkind sprach. Dass auch er sich nicht politisch abgemeldet hat, wurde an seinen vielen ehrenamtlichen Tätigkeiten sichtbar, die er aus Leidenschaft zum Thema weiter ausübt. Da nennt er besonders die Deutsch-Türkische Parlamentariergruppe, deren Ehrenvorsitzender er geworden ist.
„Wir haben ein großes Bedürfnis, neben der aktuellen Politik, auch diejenigen nicht zu vergessen, die sich fast ein Leben lang aufgerieben haben, um gesellschaftspolitisch mitzuwirken. Damit sind nicht nur ehemalige Parlamentarier gemeint, sondern in erster Linie auch die vielen engagierten Bürgerinnen und Bürger aus der „zweiten Reihe“ der Parteien und Bürgerinitiativen“, so Hans-Willi Niemeyer in seinem Schlusswort. Eine spannende, unübliche Mitgliederversammlung der Rhader SPD mit interessanten „Politrentnern“ hinterließ einen nachhaltigen Eindruck. Bei den Besuchern ebenso wie bei den Gästen Dieter Grasedieck und Wolfgang Röken.