Dirk Hartwich, Vorstandsmitglied der Rhader SPD macht sich Gedanken über die Zukunft der Parteien Einige Gedanken zum Jahresende
Mitmachen oder Wutbürger werden
Ist es noch zeitgemäß, sich parteipolitisch zu engagieren? Oder doch einfacher, nur von Zeit zu Zeit Wutbürger* zu sein?
Einfacher ist auf jeden Fall nur dann Flagge zu zeigen, wenn es brennt.
Aber, und das ist die entscheidende Einschränkung, man ist dann häufig zu spät dran, um etwas positiv zu verändern.
Sich in einer Partei zu engagieren, ist tatsächlich keine einfache Kiste. Sie sind hierarchisch aufgebaut und selten für Neueinsteiger attraktiv. Das gilt in der Regel für alle Parteien.
Aber wie lautet die Alternative?
„Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“, lautet ein berühmtes Zitat, das Michail Gorbatschow** zugeschrieben wird.
Oder anders ausgedrückt:
Dann bleibt doch nur noch der Wutbürger.
Besser wäre, sich einzubringen. In einer Initiative, einem Verein, einer Kirchengemeinde oder einer Gewerkschaft. Und parallel in einer Partei.
Dann ist die Chance nämlich am größten, gute Ideen auch umzusetzen.
Dazu muss man heute nicht unbedingt gleich Parteimitglied werden.
Kommen, schnuppern, mitmachen, verändern, verbessern!
Das wäre doch was für 2011.
* Die deutsche Gesellschaft für Sprache (GfdS) hat den "Wutbürger" zum Wort
des Jahres gewählt. "Wutbürger" stehe für die Empörung in der Bevölkerung,
„ dass politische Entscheidungen über ihren Kopf hinweg getroffen werden".
** Michail Gorbatschow war Präsident der Sowjetunion 1990 - 1991