
„Eine gerechte Gesellschaft misst sich daran, dass jeder Mensch unabhängig von seinem Elternhaus die Chance hat, durch eigene Anstrengung das Beste aus seinem Leben zu machen.“ ~ Willy Brandt.
Ein funktionierendes Aufstiegsversprechen ist die Grundlage einer freien Gesellschaft - darin sind sich alle führenden Parteien einig. An seiner Umsetzung scheitert es in den letzten Jahren jedoch zunehmend. Kinder aus sozial schwachen Familien haben in Ländern wie Kanada bis zu 3-mal bessere Chancen, durch Fleiß ihre soziale Lage zu verbessern - das ist die erschreckende Zahl, die die neue PISA - Studie offenlegt. Als jemand, der vor einem Jahr selber noch in der Schule wahr, überrascht mich das wenig. Die individuelle Förderung von Schülerinnen und Schülern kann Unterschiede in der Herkunft nicht auffangen, weil sie schlicht zu schwach ist - Das liegt an zu wenig Geld und Personal, aber auch an fehlenden Ideen. Das Ergebnis: In vielen Bereichen leisten 15 - jährige heute in etwa das, was vor 10 Jahren schon die 13 - jährigen konnten.
Die Bundesrepublik verfügt nicht über Ressourcen wie Rohstoffe oder Öl, gleichzeitig ist sie aber reich an der wertvollsten aller Ressourcen, die im Alleingang unsere Zukunft sichern muss - junge, talentierte und ambitionierte Menschen. Wenn wir unseren Wohlstand erhalten wollen, müssen wir in diese Zukunftsressource investieren.
Bildung fängt schon in der Kita an. Wir müssen benachteiligte Menschen besser in unsere Lernstrukturen integrieren und das Bildungssystem stärker finanziell priorisieren - auch wenn sich diese Investments erst langfristig lohnen werden und auch, wenn Kinder keine Wählerstimmen haben. Gleichzeitig brauchen wir frische Ideen, um ihre Stärken und Schwächen individueller zu fördern und sie zu selbstbestimmten und selbstermächtigten jungen Menschen zu erziehen. Das ist gar nicht so schwer - häufig reicht ein Blick in jene Nachbarländer, die wir um ihre Ergebnisse beneiden. Das ist das, was wir aus dieser Studie lernen müssen. Wieso wir das nicht tun, erschließt sich mir einfach nicht.
*Sozialdemokraten aus Dorsten, Haltern, Teilen von Marl und Datteln wählten Finn Lehmann zum Direktkandidaten für die kommende Landtagswahl in NRW, die im April 2027 stattfindet.