Wenn Wasser brennt...
von Dirk Schult, SPD-Ratsherr aus Holsterhausen.
Goldgräberstimmung im Münsterland? Internationale Gasfirmen reiben sich jedenfalls die Hände, seitdem Geologen tief im Boden des Münsterlandes große Erdgasvorkommen entdeckt haben. Die Sache hat nur einen Haken:
Während in klassischen Erdgasexportländern wie Rußland, Iran oder Algerien die Gasvorkommen klassisch gefördert werden können, geht das mit dem nun entdeckten deutschen Erdgas nicht.
Diese Gasvorkommen stecken im Erdreich fest und können nur mit der umstrittenen Methode „Fracking“ ans Tageslicht befördert werden. Beim Fracking wird ein hochgiftiger Chemiecocktail unter hohem Druck ins Erdreich gepumpt, um das Gas zu lösen. Das Gefährliche dabei: Teile dieses Cocktails verbleiben im Erdreich, kommen nicht wieder zurück an die Oberfläche. Zu befürchten ist, daß dadurch das Grundwasser verseucht wird. Es gibt schon heute Berichte aus Amerika, da strömt brennendes Wasser aus den Wasserhähnen!
Gasförderung in Deutschland durch Fracking? Die Antwort lautet: NEIN!
Außer der Gefährdung unseres Trinkwassers gibt es noch ein weiteres Argument: Auch das vergleichsweise sauber verbrennende Erdgas ist – ein fossiler Brennstoff. Das heißt, sein Einsatz schädigt die Umwelt und die Vorkommen sind begrenzt.
Was wir brauchen, sind saubere und erneuerbare Energien. Die letzten fossilen Brennstoffe aus der Erde zu pressen, mag das Ende von Öl und Gas um ein paar Jahre hinauszögern können, aber Öl und Gas bleiben immer noch endliche Energieträger. Und besonders Öl ist viel zu wertvoll, um es einfach zu verbrennen. Was also tun? Die Antwort kann nur lauten: erneuerbare Energien. Strom aus Wasser, Wind, Biomasse und der Sonne. Diese Technologien gilt es zu fördern – und nicht unser aller Grundwasser zu verseuchen, um noch etwas Gas aus dem Erdboden zu kratzen.