SPD ist gut beraten, auf ihren ehemaligen Vorsitzenden zu hören
In einem spannenden Interview mit der Süddeutschen Zeitung (SZ) steht die Krise der SPD im Mittelpunkt. Und Münte, wie er respektvoll in der Partei genannt wird, spricht Klartext, auch klare Kante genannt. Er zeigt sich beunruhigt nicht nur über die Lage weltweit, sondern auch über die seiner SPD. Und er erinnert daran, dass Politik nicht alle Probleme lösen kann. Auf drei Ebenen müsse angepackt werden, um unsere Demokratie zu erhalten. Neben dem Staat, also dem Bund, den Ländern und den Kommunen ist es die gesamte Gesellschaft, bestehend aus Verbänden, Vereinen, Organisationen, Ehrenamtlichen. Auf der dritten Ebene wirkt der einzelne Mensch, so wie Du und ich. Die aktuelle Herausforderung, nämlich die faire Finanzierung der Sozialstaatsreformen Gesundheit, Pflege, Bürgergeld und Rente kann nur bewältigt werden, wenn man die Fakten zur Kenntnis nimmt. Wenn nämlich die Menschen immer älter werden, später in den Beruf ein- und früher aussteigen, wird ohne Anpassung die Rechnung nicht aufgehen. „Volksschule Sauerland eben“, so Franz Münterfering, der dort die Grundrechenarten gelernt hat. Das heißt, dass u. a. länger gearbeitet werden muss, um das Sozialsystem zu erhalten. Er vertraut der „starken Frau“ Bärbel Bas und legt der SPD nahe, auf sie zu hören. Franz Müntefering ist heute 85. Ein Sozialdemokrat mit Vorbildcharakter.
Eigener Bericht auf Grundlage des SZ-Interviews „Die Arbeiter sind für die SPD noch nicht verloren“ vom 27. September 2025