Für Sie gesehen: Frau Winkler verlässt das Haus

Gesellschaft

Ein Kinofilm zwischen großer Ernsthaftigkeit und amüsanten Phasen. Am Ende erfasst den Kinobesucher eine tiefe Nachdenklichkeit. Der Inhalt: Eine inzwischen allein lebende ältere Frau versucht in einem viel zu großen Haus mit ihrer Einsamkeit fertig zu werden. Selbstbewusst, aber unzufrieden. Erwachsene Tochter mit Enkelkind sind zwar in der Nähe, versuchen aber ihr eigenes Leben zu leben. Dann ein häuslicher Unfall, und Frau Winkler wird zum Pflegefall. Deutlich wird nun die völlige Überforderung der Tochter. Ein Pflegedienst übernimmt. Bis hierhin zeigt der Film den bitteren Alltag vieler betroffener Familien in Deutschland. Nun die Überraschung, vom Kinobesucher als skurrile Wendung wahrgenommen: Der Pfleger ist ein mit KI gefütterter und sprechender Roboter. Frau Winkler ist entsetzt, will keine Maschine. Aus der verständlichen Ablehnung und ihrem Kampf gegen Tochter und Pflegedienst wächst langsam die Erkenntnis, ohne fremde Hilfe nicht mehr in den eigenen vier Wänden leben zu können. Sie arrangiert sich notgedrungen mit dem Roboter, gibt ihm einen Namen, lässt sich helfen und unterhalten. Plötzlich kann sie wieder lachen und kämpft sich mit Pawlowitsch, so nennt sie ihren Pfleger, ins Leben zurück. Klappe. Das Ende wird nicht verraten. Klar wird, dass „Pawlowitsch und Co.“ keine Fata Morgana ist, sondern wachsende Realität in unserem Leben. Ein Film mit grandiosen Schauspielern. Sehr sehenswert.

Dirk Hartwich

 
 

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