Gesundheit darf keine Ware sein

Gesundheit

Wunsch und Wirklichkeit klaffen auseinander - Politik muss eingreifen

Vor dem Gesetz sind alle gleich. So steht es in unserer Verfassung. Anders sieht es aus, wenn ein Ratsuchender vorm Facharzt stehen möchte. Dann nämlich wird erst einmal geprüft, ob er zu den 90% unserer Bevölkerung zählt, die gesetzlich versichert sind, oder als Beamter, gut Verdienender und/oder Selbständiger Mitglied einer privaten Versicherung ist. Während die Minderheit der zweiten Gruppe i. d. Regel umgehend offene Türen vorfindet, müssen sich gesetzlich Versicherte hinten anstellen. Obwohl eine Krankheit, die eine Facharzt-Behandlung nötig macht, keinen Unterschied zwischen Patienten kennen sollte, werden die Termine nach Kassenzugehörigkeit vergeben. Und dass Ärzte auch auf ihre Einnahmeseite schauen, wird nicht verwundern. Während es bei der Behandlung zwischen einem gesetzlich und einem privat Versicherten keinen Unterschied gibt, geben sollte, ist er bei der Leistungsberechnung erheblich. In der Folge lassen sich so die Facharzt-Wartezeiten für Kassenpatienten erklären. Eine Untersuchung beziffert sie im Schnitt auf 18 bis 23 Tage. Grund genug, dass sich auch die neue Bundesregierung vornimmt, mehr Gerechtigkeit im Gesundheitswesen herzustellen. Karl Lauterbach (SPD), noch Gesundheitsminister, war auf dem richtigen Weg, wurde aber von FDP, und flankierend von der Union, ausgebremst. Eine Bürgerversicherung für alle bleibt auch in der neuen Legislaturperiode ein unerfüllter Wunsch der SPD. Dafür ist sie mit nur 16,4%-Wähleranteil nicht gesund genug.

Eigener Bericht auf Grundlage des ZEIT-Berichts „Gesetzlich versichert? Da haben wir gerade nichts frei“ vom 16.04.2025

 
 

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