Ein Zukunftsproblem von vielen - der Netzausbau
Spannende politische Veranstaltung über Energiewende in Gladbeck
Selten hat eine politische Veranstaltung die Zuhörer so in ihren Bann gezogen. Man hätte eine Stecknadel fallen hören, so konzentriert verhielten sich die Teilnehmer an der Veranstaltung „Großbaustelle Energiewende“.
Michel Gerdes, SPD-Bundestagsabgeordneter für Bottrop, Gladbeck und Dorsten hat in das Innovationszentrum Wiesenbusch Gladbeck geladen und mit Professor Marcus Rehm und Rolf Hempelmann zwei Referenten gewonnen, die sich hervorragend ergänzten.
Auf der einen Seite der Wissenschaftler Rehm von der Hochschule Ruhr West, der es in relativ kurzer Zeit schaffte, die gesamte nationale Energieproblematik, mit dem Schwerpunkt Erneuerbare Energieträger, verständlich und fesselnd vorzutragen.
Andererseits Rolf Hempelmann, MdB, energiepolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, der darüber hinaus die politischen Zusammenhänge so sachlich, aber überaus spannend beschrieb, dass die gesamte Veranstaltung fast den Charakter einer Vorlesung erfüllte.
Das Publikum dankte mit höchster Aufmerksamkeit.
Professor Marcus Rehm zeigte auf, welchen Anteil erneuerbare Energien an der gesamten Strom-Versorgung haben und bekommen werden. Darüber hinaus erläuterte er die Preisfindung, die an der Leipziger Strombörse täglich festgeschrieben wird. Kritisch merkte Rehm an, dass sich die öffentliche Meinung zu sehr auf die Stromenergie konzentriert und dabei die fast wichtigere Wärmeenergie vernachlässigt.
Dass die schwarz-gelbe Regierungskoalition, unter anderem durch unterschiedliche Positionen des Wirtschafts- und Umweltministers, die Versäumnisse der Energiewende zu vertreten hat, muss schon als größte Spitze des 2. Referenten Rolf Hempelmann, gegenüber den parteipolitischen Konkurrenten gewertet werden.
Der SPD-Politiker legte größten Wert darauf, immer wieder äußerst sachlich dafür zu werben, dass nur durch eine Partei übergreifende Zusammenarbeit aus der Großbaustelle Energiewende eine nationale Erfolgsgeschichte werden kann. Hempelmann zeigte auch die noch fehlende EU-Zusammenarbeit des Netzausbaus und die Akzeptanzprobleme vor Ort eindringlich auf.
Michael Gerdes hat es mit seinem Mitarbeiterteam geschafft, eine Veranstaltung mit Vorzeigecharakter anzubieten. Zu wünschen wäre, dass weitere Veranstaltungen dieser Art auch in Dorsten durchgeführt werden. Michael Gerdes zeigte sich für diesen Hinweis dankbar und aufgeschlossen.