„Guten Tag, mein Name ist Peer Steinbrück“

Wahlen

Tür-zu-Tür-Wahlkampf

Das Gespräch an der Haustür ein zentrales Format im Wahlkampf der SPD: Zehntausende von Freiwilligen klingeln an fünf Millionen Türen, um mit den Menschen über die Positionen der SPD zu sprechen. Auch Peer Steinbrück hat im Rahmen seiner „Mehr P.S!“-Tour Häuserwahlkampf in seinem Wahlkreis gemacht.

Es ist brüllend heiß an diesem Freitagnachmittag im nordrhein-westfälischen Hilden. Strahlender Sonnenschein bei 37 Grad. Doch davon lassen sich der SPD-Kanzlerkandidat und seine Begleiterin, Hildens SPD-Bürgermeisterkandidatin Birgit Alkenings, nicht beirren.

Peer Steinbrück drückt auf die Klingel. „Wer ist denn da?“, fragt eine Frauenstimme durch die Tür. „Guten Tag, mein Name ist Peer Steinbrück. Ich bin dieser Spitzenheini von den Sozialdemokraten“, stellt sich der SPD-Kanzlerkandidat vor. Er steht im Treppenhaus eines Mehrfamilienhauses.

„Sie hätte ich jetzt nicht erwartet“
„Das kommt jetzt aber überraschend. Sie hätte ich jetzt nicht erwartet“, erwidert die junge Frau verdutzt und entschuldigt sich erst einmal für ihr sommerliches Outfit. „Ich kann das sehr gut verstehen. Ich will Sie auch gar nicht weiter stören. Nur kurz der Hinweis, dass am 22. September Bundestagswahl ist und dass wir uns sehr freuen würden, wenn Sie uns mit ihrer Stimme helfen, diese Bundesregierung abzulösen“, sagt Steinbrück und übergibt der Frau eine Kurzversion des Parteiprogramms und eine kleine Topfblume.

„Wählen gehe ich. Sonst darf man ja nicht meckern!“
„Wählen gehe ich auf jeden Fall. Sonst darf man ja nicht meckern“, antwortet diese. „Und meckern will ich!“. Beide lachen. Dankend verabschiedet sie sich vom Kandidaten.

Steinbrück dreht sich lächelnd um. Noch während er „Weiter geht´s!“ sagt, hat er bereits den Finger auf der nächsten Klingel. 13 Stockwerke hat das Haus. Vier Wohnungen pro Stockwerk – und an jeder Tür wird geklingelt.

Dabei lässt sich schnell Praktisches dazulernen: „Kein Namensschild, helles Licht im Türspion und keine Fußmatte. Ich kombiniere: Die Wohnung steht leer“, stellt Steinbrück fest und geht weiter. Während draußen die Sommerhitze wütet, sind die Temperaturen im Treppenhaus erträglich.

Die Politik vom Sockel holen
In ihrem Tür-zu-Tür-Wahlkampf will die SPD auf die Menschen zugehen, sich ihre Sorgen anhören und sie über das SPD-Wahlprogramm informieren. Es geht darum, wieder mit denen ins Gespräch zu kommen, denen die Lust oder das Interesse an Parteien und Politik abhanden gekommen ist.

„Dieser Wahlkampf wird über Mobilisierung entschieden“ betont Steinbrück in seinen Reden immer wieder. Und fügt hinzu, dass es dabei vor allem auf das ankomme, was Johannes Rau einst „Mundfunk und Laufwerk“ nannte: Laufen, klingeln und Gespräche suchen. An diesem Freitagnachmittag geht Steinbrück mit gutem Beispiel voran.

„Es macht Spaß und es lohnt sich“
Nach vierzig Minuten ist das Gebäude mit der Hausnummer 37 durchgeklingelt und der Kandidat tritt vor die Haustür. „Es ist anstrengend. Aber es macht Spaß und es lohnt sich“, berichtet Steinbrück sichtlich zufrieden.

Zeit zum Verschnaufen hat der Kanzlerkandidat jedoch nicht: Noch bevor er mit den auf der Straße wartenden Wahlkämpferinnen und Wahlkämpfern ein Glas Wasser trinken – und ihnen von dem deutsch-schwedischen Ehepaar, mit dem er ein paar schwedische Vokabeln austauschte, oder der wiedereingefangenen Katze erzählen kann – geht es schon wieder weiter. Auf Steinbrück und Birgit Alkenings wartet die Hausnummer 38.

www.spd.de von Tobias Nehren

 
 

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