Holocaust-Gedenktag - „Was hätte ich getan?“
Am 27. Januar gedenken weltweit Menschen an die bestialische Ermordung von über 6 Millionen Juden zwischen 1933 und 1945. Von Deutschen kalt geplant, siehe Wannsee-Konferenz vor 80 Jahren, von Deutschen verübt, von Deutschen unterstützt, von Deutschen geduldet. Überall. In Berlin, Leipzig, Bremen, Frankfurt, München und auch in Dorsten. Die nicht mehr lebende aktive Tätergeneration hat uns Nachgeborenen ein schweres Erbe hinterlassen. Nicht Kollektivschuld, aber Kollektivscham. In einer groß angelegten aktuellen Studie wurden 16-25jährige nach ihrem Wissen und Interesse an den Gräueltaten der Nazis befragt. Interessant ist, dass sich 75% der Befragten offen zeigten, während sich ihre Elterngeneration in der Umfrage mit 66% zurückhaltender erwies. Wichtig für die jungen Menschen ist die Erkenntnis, dass durch Rassismus Demokratien in Gefahr geraten. Und, dass ihnen nur eine friedliche Welt für die eigene Entwicklung offen steht. Während sich ein Großteil der Befragten vom Gedankengut der Nazis distanziert, verhehlt ein kleiner Teil nicht, damit zu sympathisieren. Eine Studie, die die Teilnehmer zwingt, inne zu halten und selbstkritisch zu fragen, wie sie sich selbst in dieser Zeit verhalten hätten. Ein Ansatz, der für den Schulunterricht wichtig ist, so der Leiter der Studie. Heute gedenken wir der Nazi-Opfer und nutzen die Studie auch, um aktiv unsere demokratischen Strukturen zu stärken. Ein Versprechen gegenüber der jungen Generation.
Eigener Beitrag auf Grundlage des Berichts in den Ruhr Nachrichten „Was hätte ich getan?“ am 26.01.2022