Nachdenkzeilen aus Oberhausen - „Sei ein Mensch“
Der Blick über den Tellerrand, in diesem Fall in die WAZ-Tageszeitung aus Oberhausen, ist bereichernd. Peter Szymaniak, Leiter der dortigen Redaktion, kommentiert die häufig verkürzte und vielfach diskriminierende Meinung über Menschen in der Stadt, die ihre Wurzeln zwar in anderen Ländern haben, aber inzwischen unverzichtbarer Teil Oberhausens geworden sind. Wer Oberhausen sagt, meint in der Regel das ganze Ruhrgebiet. Ein Schmelztiegel der Nationen seit Generationen. Der Dorstener Leser des Kommentars interpretiert: „Oberhausen ist überall“ und sieht Parallelen in der Lippestadt. Statt stolz darauf zu sein, die gewaltige Integration der hinter uns liegenden Jahrzehnte geschafft und davon profitiert zu haben, verbreiten aktuell nicht wenige Zeitgenossen, Angst schürende Halbwahrheiten und Herabwürdigungen über Menschen, die Sicherheit suchen, aber nicht anders sind, wie Du und ich. So wird das Klima des Zusammenlebens vergiftet. Szymaniak lässt dagegen Fakten sprechen. Aus 140 Staaten stammen die in O. lebenden Menschen. Seit 2015 bis heute sind 4000 Syrer und 3700 Ukrainer dazugekommen. Für alle gilt, sie wollen nichts anderes als in Frieden leben. Und wir müssen erkennen, dass die Zuwanderung, gut organisiert, ein unverzichtbarer Mehrwert für unsere alternde Gesellschaft ist. Peter Szymaniak lässt seinen Kommentar mit den Worten des Vaters von Marcel Reif ausklingen. „Sei ein Mensch“. Nur drei Worte, die wir uns merken und nach denen wir leben sollten.
Rhader Gedanken zum Oberhausener WAZ-Kommentar „Zuwanderung: Ausländer-Debatte droht aus dem Ruder zu laufen“ vom 25.12.2024