Johannes Rau-Abend – Die hohen Erwartungen wurden erfüllt
Einen unvergessenen Abend über das Leben und Wirken von Johannes Rau
(1931-2006) hat die Dorstener SPD organisiert.
Das größte Lob kam vom Generalsekretär der NRWSPD, Michael Groschek. „Ich habe nach der Wuppertalveranstaltung 2008 im gesamten Landesverband nichts Vergleichbares erlebt.“ Hans-Willi Niemeyer, Vorsitzender der Dorstener Sozialdemokraten, der die Eingangsrede hielt, war sichtlich stolz.
In einer gelungenen Kombination aus Wortbeiträgen, Video-Einspielungen und lebendigen Fotos konnte man förmlich spüren, dass Johannes Rau etwas Besonderes war. Kurz: Ein Vorbild.
Nach dem persönlichen Lebenslauf (Petra Somberg), kam Hannelore Kraft per Video zu Wort. Sie berichtete über den politischen Lebensweg.
Dr. Hans- Udo Schneider referierte anschließend über „Bruder Johannes“. Eine Analyse über die christliche Seite des Johannes Rau auf höchstem Niveau.
Mucksmäuschenstill wurde es beim Videofilm „Berliner Rede 2004“ von Johannes Rau. Hochaktuell und unter die Haut gehend, analysierte er die Lage Deutschlands und las allen die Leviten, die glauben abseits stehen zu können. „Wer kritisieren will soll das tun, wer was verändern will muss was tun“.
„Ich erinnere mich…“, so die Überschrift des nächsten Blocks. Unter den vielen Wortbeiträgen ragte besonders der der Wulfener Bürgerin Irmgard Reinken heraus. Sie erinnerte sehr persönlich an Johannes Rau, seine Bürgernähe, Hilfsbereitschaft und Zuverlässigkeit. „Er hat mir und meinem Sohn 1984 direkt und unbürokratisch geholfen. Ich bin dankbar. Das wollte ich hier und heute mal sagen“.
Über die weiteren beeindruckenden Beiträge wird morgen in einem weiteren Bericht informiert.
Viel Beifall erhielt Hendrik Kempt, Juso-Vorsitzender in Dorsten für seinen Beitrag unter dem Titel „Brauchen wir heute noch Vorbilder?“ Klar, so seine Antwort, die er aber mit dem Hinweis verband, dass die heutige Generation 50/60 Plus zwar auf Vorbilder wie Willy Brandt und Johannes Rau bauen konnte, aber selbst keine hervorgebracht habe. Im Publikum sah man viele nachdenkliche Gesichter.
Plötzlich waren sie da. 30 Sänger des Knappenchores Consolidation Gelsenkirschen. In voller traditioneller Montur sangen sie Bergmannnslieder. Johannes Rau war ihnen immer sehr nahe. „Ihr seid mir die liebsten Schwarzen“, so scherzte Johannes Rau gerne.
Michael Groschek, MdB und Generalsekretär der NRWSPD beantwortete die eingangs gestellt Frage „Darf sich jeder auf Johannes Rau berufen“ mit einem klaren Ja - wenn sich Reden und Handeln in Übereinstimmung befinden. Bei Jürgen Rüttgers trifft das nicht zu. (Morgen dazu mehr)
Susanna Simmerl, stellvertretende Fraktionsvorsitzende begründete den Antrag, eine Straße, einen Platz oder ein Gebäude künftig nach Johannes Rau zu benennen.
Sehr sensibel und professionell moderierte Manfred Wissing, stellv. Vorsitzender der Dorstener SPD die unglaublich intensiven und vielfältigen Beiträge.
„Das war mal eine Parteiveranstaltung die alle Bürgerinnen und Bürger ansprach“, so eine Teilnehmerin gegenüber Hans-Willi Niemeyer, der versprach, so weiter zu machen.