Kommentare in Tageszeitungen sind nicht frei von Kritik

Presse

Vor einigen Tagen erschien auf der Seite 2 der Ruhr Nachrichten/Dorstener Zeitung ein Kommentar, der zum Widerspruch geradezu herausfordert. Da wird der deutsche Außenminister gelobt, weil er China die Stirn bietet. Der gleiche Außenminister, der gegenüber den USA und ganz aktuell gegenüber der Türkei ganz anders auftritt. Doppelmoral? Der folgende Leserbrief an die o. a. Zeitung soll der Kommentatorin aufzeigen, dass ihre Meinung zu einseitig ist - und somit kritikwürdig.

Der Leserbrief:
„Von China nicht alles gefallen lassen - Wadepuhl sagt Reise ab“ von Christina Jacke am 27.10 2025

Ich stelle mir vor, den Ländernamen CHINA gegen USA auszutauschen. Und statt chinesische Regierung, Trump-Administration zu lesen. Müssen wir uns „hier“ alles gefallen lassen und nur „da“ Zeichen setzen? Müsste die im Kommentar gelobte Reaktion des Außenministers nicht eher als Doppelmoral eingestuft werden? In der Realpolitik spielte und spielt die (wirtschaftliche) Abhängigkeit schon immer eine entscheidende Rolle. Die Stärke der bundesrepublikanischen Außenpolitik lag bisher in der stillen Diplomatie. Sie wurde zwar immer öffentlich kritisch begleitet, hat aber unserem Land nie geschadet. Ob es klug ist in dieser instabilen internationalen Lage „die Backen gegenüber China öffentlich aufzublasen“, wage ich zu bezweifeln. Genau diesen Aspekt vermisse ich in dem Kommentar von Christina Jacke.
Dirk Hartwich

 
 

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