Krankenhäuser auf der Intensivstation

Gesundheit

Auch Dorsten sorgt sich um Rundum-Nahversorgung

Früher galt das Verteidigungsministerium als Schleudersitz für jeden Amtsinhaber. Machte er seine Sache gut, stand dem Aufstieg nichts im Weg. Beispiel: Helmut Schmidt. Umgekehrt führte Versagen zum dauerhaften Abstieg. Beispiel: Christine Lambrecht. Heute steht das Gesundheitsministerium fast täglich im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Die zu lösende Aufgabe scheint von Jahr zu Jahr unlösbarer zu werden. Die Ursache kann kurz erklärt werden: Die älter werdende Bevölkerung benötigt in der letzten Phase des Lebens vermehrt ärztliche und pflegerische Unterstützung. Dadurch steigen die Kosten, die nicht allein durch die Versichertenbeiträge abgedeckt werden können. Ohne staatliche Zuschüsse geht also nichts. Im aktuellen Fall ist die Gesundheitsministerin Nina Warken gefragt, wie sie die Lücke zwischen Einnahmen und Ausgaben schließen will. U. a. plant sie, die Kostenspirale mit Beitragserhöhungen, Absenken von Standards in der Pflege und Leistungsverboten in Krankenhäusern zu stoppen. Das führt zu Protesten auf fast allen Ebenen. Auch das Dorstener Krankenhaus sieht sich von der Politik zusehends falsch behandelt. Vorgebrachte Befürchtungen, dass die lebensnotwendige ortsnahe Versorgung dem Rotstift geopfert werden könnte, versanden zwischen Düsseldorf und Berlin. Während wir Dorstener künftig und dann dauerhaft längere Wege zum Genesen in Kauf nehmen müssen, werden die aktuell agierenden Gesundheitsminister Laumann in Düsseldorf und Warken in Berlin, gut privat versorgt, vergessen sein. Das gesamte Gesundheitssystem scheint chronisch krank zu sein.

Nachdenkzeilen aus Rhade

 
 

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