Rhader Gedanken zur Lage in der Welt
1945, nach dem schrecklichen mörderischen zweiten Weltkrieg schien es, als ob die Welt verstanden hätte. Die Vereinten Nationen wurden im gleichen Jahr gegründet. Verträge, die die Souveränität aller Staaten, die Unantastbarkeit ihrer Grenzen und das Versprechen, mögliche Konflikte auf diplomatischem Weg zu befrieden, wurden feierlich von 50 Staaten unterzeichnet. Heute bekennen sich fast 200 Staaten zur Charta der UN. Gut 80 Jahre später werden diese Absichtserklärungen einseitig von den Großmächten so interpretiert, dass Krieg eine legitime Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln sein kann, beziehungsweise ist. So sinngemäß hat es zumindest Carl von Clausewitz in seinem Werk „Vom Kriege“ Anfang 1800 formuliert. Ein fatale Fehlentwicklung, die die Welt immer näher an den dritten Weltkrieg führt. Statt Putins Verbrechen, die Ukraine mit Waffengewalt unterwerfen zu wollen, weltweit gemeinsam zu sanktionieren, fühlen sich weitere Staaten ermuntert, ebenfalls offene Rechnungen mit Waffengewalt zu begleichen. Die Diplomatie rückt in die hintere Reihe. Wir hatten nach 1945 den festen Glauben, dass die Menschheit verstanden hätte. Ist wohl doch nur ein schöner Traum. Das böse Erwachen hat eingesetzt.