Milch ist zur Zeit im Überfluss vorhanden. Milchhaltestelle in Lembeck
„Wettmelken“ vor dem Ende?
Die Nerven vieler Landwirte, auch in Rhade und Lembeck, liegen wieder blank. Die Preise für Milch und Schweinefleisch sind im Keller. „Existenz bedrohend“, so die Klage, die mit dem Ruf nach Hilfe und fairen Preisen verbunden ist. Jetzt hat die Agrarministerkonferenz, ein Zusammenschluss der Landwirtschaftminister der Länder und des Bundes, 3 Tage beraten und heftig um eine Lösung gerungen. Die Positionen verkürzt: Einerseits, der Markt soll’s richten, quasi ein Weiter so wie bisher, andererseits Anreize schaffen, das Wettmelken zu beenden, wie es die Süddeutsche Zeitung nennt. Durchgesetzt hat sich die einstimmige Position, endlich Angebot und Nachfrage wieder in Einklang zu bringen. „Freiwillig Anreize zur Mengenreduzierung wahrnehmen“, lautet das Ergebnis der wichtigen Konferenz. Anders ausgedrückt: Die Landwirte haben es in der Hand, selbst die Überproduktion zu beenden. Gelingt das nicht, droht Mitte des Jahres eine zeitlich befristete und entschädigungslose staatliche Mengenbegrenzung, so Bundesagrarminister Schmidt, CSU. Der Bauernverband hatte sich für eine "freie Exportwirtschaft" stark gemacht. Welche Auswirkungen das auf die Rhader und Lembecker Landwirtschaft hat, werden wir später berichten.
Eigener Bericht. Quelle Süddeutsche Zeitung, Nr. 89, 18.4.2016 „Wettmelken beenden“