Nebenbei bemerkt – Sind Pressemenschen die besseren Politiker?

Allgemein

Vom Auftrag und der Verantwortung eines Journalisten

Vorab eine Klarstellung: Journalisten müssen unabhängig und frei ihre Meinung an jedem Ort, in jedem Blatt, in jedem Programm äußern dürfen.
Sie haben eine unglaubliche wichtige Funktion in unserem demokratischen Staatsaufbau. Daher ist die Pressefreiheit ein unantastbares hohes Gut. Eine pauschale Kritik gegenüber „den Medien“ verbietet sich daher.
Sie haben aber auch Verantwortung. Insbesondere, wenn man auf dem schmalen Grat zwischen Information, persönlichem Kommentar und plumper Meinungsmache wandelt.

Oder was noch kritischer hinterfragt werden muss, wenn die Moderatorin/der Moderator sich als Hauptperson einer politischen Sendung im Fernsehen fühlt.
Ob Jauch, Maischberger, Illner und Co., immer wieder erwecken sie mit ihrem Auftreten den Eindruck, alles zu wissen, nein alles besser zu wissen. Hämische Fragen, ständiges Herumreiten auf „Nebenkriegsschauplätzen“ und die Versuche, Politiker vorzuführen, ja, teilweise lächerlich zu machen.
Aber es ist nicht nur das Fernsehen, es sind auch die Journalisten in den Printmedien, die allein mit der Auswahl der angebotenen Informationen Politik machen können, anstatt darüber zu berichten. Manchmal reicht schon die Nichtberichterstattung aus, um eine Tendenz aufzubauen oder zu verstärken.
Nein, das ist dann kein seriöser Journalismus mehr. So werden nämlich auch Politikverdrossenheit und geringe Wahlbeteiligung gefördert, die man dann später wieder beklagen kann.
Natürlich ist es für Presseleute reizvoll, mit eigener Meinung so in das politische Geschehen einzugreifen, dass daraus politisches Handeln wird. Dazu bietet sich der persönliche Kommentar an, der von der Information deutlich erkennbar abgekoppelt werden muss.
Alles Selbstverständlichkeiten. Na klar. Was wir aber immer mal wieder, besonders vor Wahlen, erkennen, ist eine Übertretung der fairen journalistischen Berichterstattung, des fairen Auftretens. Journalisten sind nicht die besseren Politiker. Sie müssen die kritischen Begleiter der gesellschaftspolitischen Prozesse bleiben. Und auch selbst Kritik vertragen.

Eigener Bericht

 
 

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