Jahrelang (!) wähnte sich die schwarz-grüne Koalition in NRW auf der Sonnenseite der Landespolitik. Die Umfragewerte stabil hoch, die Beliebtheitswerte des Ministerpräsidenten ebenfalls. Eine Wiederwahl (2027) schien Formsache zu sein. Die sich seit der letzten Wahl 2022 in der Opposition wiedergefundene SPD dümpelte dagegen bei allen folgenden Umfragewerten deprimierend so gerade mal im Mittelfeld. Ein Wiederaufstieg, um die Regierung zu stellen? Mehr Wunschdenken als Realität. Dann der Landesparteitag, der mit Jochen Ott an der Spitze, eine neue dynamische Mannschaft präsentierte. Der Optimismus verdrängte die Depression. Auch Dorsten hat mit Finn Lehmann einen jungen Kandidaten aufgestellt, der mit unverbrauchter Energie den sogenannten SPD-Turnaround, also die Kehrtwende zum Besseren einläuten soll. Nach einer Pressemeldung vom 29. Juni, die den Sinkflug der schwarz-grünen Landesregierung thematisierte und eine sicher geglaubte Wiederwahl in weite Ferne rückte, ließ die Sozialdemokraten an der Basis aufatmen. Dann die Ernüchterung. Einige Seiten weiter in der gleichen Zeitung wurde mitgeteilt, dass neben der Regierungspartei, auch die SPD (wieder) Federn in der Meinungsumfrage lassen musste. Mit minus 3% rangiert sie mit bitteren 17%, deutlich hinter der CDU. Selbst die Grünen erhalten in der Umfrage mehr Zustimmung. Und die Rechtspopulisten haben zur SPD aufgeschlossen. „Jetzt erst gerecht“, lautet die Mut machende Antwort von Jochen Ott und Finn Lehmann.
Ein Rhader Zeitungsleser