Aktuelle Glasfaserkabel-Verlegung auf der Feldstraße - im Auftrag der Telekom (Foto J. Heinisch)
Macht das Sinn? - Nachfragen müssen gestellt werden
Die Rhader SPD hat mehrfach darauf hingewiesen, dass der Kreis Recklinghausen Fördergelder in Millionenhöhe von der EU und dem Bund erhalten hat, um flächendeckend Glasfaserkabel verlegen zu lassen. Das war unserer Stadtspitze bekannt. Statt aber die vorgeschriebene Ausschreibung abzuwarten, entschied sich Dorsten im Alleingang, die Gesellschaft DEUTSCHE GLASFASER zu beauftragen. Den kreisweiten Auftrag erhielt die Firma Telekom. Übrigens hatte auch das Unternehmen Deutsche Glasfaser ursprünglich an der Kreis-RE-Ausschreibung teilgenommen, sie aber kurzfristig zurückgezogen. Nun also haben wir die paradoxe Situation, dass zwei Unternehmen in Rhade und anderen Dorstener Stadtteilen miteinander konkurrieren. Die Folge: Rhade wird zweimal „umgegraben“. Dafür Verständnis aufzubringen, fällt nicht nur schwer, es ist nicht vorhanden. An dieser Stelle zitieren wir nochmals den Landrat unseres Kreises RE (2019):
Das Antwortschreiben:
ich nehme Bezug auf Ihre Mail vom 30.06.2019, die uns zugeleitet wurde. Herr Landrat Süberkrüb bat mich darum, Ihnen zu antworten.
Der Kreis Recklinghausen hat im Auftrag der Städte für die Beauftragung des geförderten Ausbaus in einem vorgeschriebenen EU-weiten Verfahren ab Dezember 2017 vier Bereiche (u.a. Nord 1 mit Dorsten) öffentlich ausgeschrieben. An der Ausschreibung konnten sich alle Telekommunikationsunternehmen aus der EU beteiligen. Alle am Verfahren beteiligten Unternehmen hatten somit seit Februar 2018 Kenntnis über die für den geförderten Ausbau bewilligten und zu beauftragenden Gebiete und Adressen. Dies trifft auch auf das infrage stehende Telekommunikationsunternehmen zu. Dieses hat im Laufe des weiteren Verfahrens seinen Rückzug erklärt.
Das Unternehmen hatte somit Kenntnis von dem vom Kreis beauftragten geförderten Ausbaugebiet, bevor es seine jetzigen Planungen aufgenommen hat. Zu den Möglichkeiten, seitens des Kreises auf einen vor Verfahrensbeginn (Förderantrag, EU-weite Ausschreibung) vom TKU nicht gemeldeten Ausbau zu reagieren, wird auf unserer Website www.kreis-re.de/breitband ausführlicher geantwortet; siehe dazu Experteninfos, Frage „Warum wird an einigen Stellen Glasfaser verlegt, wenn dort schon eine liegt?“
Es wirkt in der Tat irritierend, dass ein Telekommunikationsunternehmen dort eine Glasfaserleitung verlegt, wo bereits eine ähnlich leistungsstarke Infrastruktur besteht. Die Problematik eines möglicherweise redundanten Netzaufbaus wurde dem Kreis Recklinghausen kurz nach Rückzug des Telekommunikationsunternehmens bekannt und wurde von uns äußerst kritisch im Verfahren bei allen Beteiligten angemerkt. Leider ohne den erhofften Erfolg und ohne über wirksame Instrumente zur aktiven Steuerung zu verfügen.
Mit freundlichen Grüßen, i.A. Tim Deffte, Büroleiter des Landrats
Zum Nachlesen:
11.07.2019 Doppelaktivitäten - Glasfaserausbau in Rhade
04.02.2020 Schnelles Internet in Rhade?
16.07.2020 Der Fortschritt ist eine Schnecke
19.10.2020 Glasfaserausbau in Rhade - Eine Erfolgsgeschichte?