„Paul“ – Die unendliche Geschichte eines Dorstener Kindes

Kommunalpolitik

Alles richtig gemacht? Verwaltung steht unter Druck

Gestern berichtete der WDR zum wiederholten Mal über „Paul“ (11), der aus pädagogischen Gründen in Ungarn in einer 1:1- Betreuung auf den richtigen Weg gebracht werden sollte.  Auf rund 7000 Euro pro Monat beliefen sich die Kosten. Beliefen, weil das Erziehungsprojekt im Ausland, „Hals über Kopf“ abgebrochen werden musste. „Das Geschäft mit schwierigen Kindern“ fand so den Weg in die öffentliche Berichterstattung. „Wir vertrauen dem Unternehmen, das Paul in pädagogische Betreuung übernommen hat, wie das Unternehmen uns vertrauen kann, dass wir dafür zahlen“. So sinngemäß der Amtsleiter relativ unkritisch gegenüber Monitor. Kontrolle? War nicht vorgesehen und auch nicht im Programm des Jugendamtes und des Dezernenten. Jetzt scheint aber auch langsam im Rathaus vorsichtige Selbstkritik Einzug zu halten. So der Eindruck von Beobachtern der Ratssitzung am Mittwoch. Ein aktuelles Interview mit dem WDR wurde zwar abgelehnt, dafür konnte Friedhelm Fragemann, Fraktionsvorsitzender der SPD vor der Kamera verdeutlichen, dass es weiter viele offene Fragen gibt. Die wichtigste sicherlich, wie das pädagogische Konzept überhaupt aussah. Vorwürfe, dass der 11-Jährige unter Langeweile gelitten hat, deuten eher darauf hin, dass es hier erhebliche Defizite gegeben haben müsste. Die inzwischen gewonnenen Erkenntnisse zur  Qualifikation und Bezahlung des Betreuers vor Ort differieren aber so gewaltig, dass das ebenfalls zur lückenlosen Aufklärung gehört. An dieser Stelle wurde schon einmal klar gestellt, dass die Verantwortung der gesamten Maßnahme bei der Verwaltung liegt. Sie muss lückenlos aufklären. Der Rat hat diese Aufklärungspflicht zu kontrollieren. Und das WDR-Fernsehen lässt nicht locker. Das ist gut so und hilft den kontrollierenden Ratsmitgliedern.

Eigener Bericht

 
 

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