
Gastbeitrag von Friedhelm Fragemann*
Nicht nur in Essen-Nord, Dortmund-Nord, Duisburg-Nord, um nur wenige Beispiele von vielen zu nennen, haben sich Parallelgesellschaften herausgebildet und sind kriminelle Hotspots entstanden. Selbst unser teilweise durchaus ländlich strukturierter Kreis Recklinghausen nimmt beispielsweise bezüglich der Clan-Kriminalität Platz 2 in NRW ein. Solange in Parteikreisen, insbesondere bei SPD und Grünen, Migranten schlicht als Sendboten einer multikulturellen Gesellschaft betrachtet werden und nicht eingeräumt wird, dass Asylbewerber eben auch eine Risikogruppe darstellen, fühlen sich viele Bürger nicht ernstgenommen. Dieses Gefühl wird verstärkt, wenn etwa Fakten wie die deutlich höhere Kriminalitätsrate bei Ausländern oder die höhere Affinität bestimmter Herkunftsgruppen zum Messereinsatz von großen Teilen der Politik heruntergespielt, schöngeredet oder schlicht und einfach negiert werden.
Und dass inzwischen Kinder – nicht nur in Elendsquartieren – von muslimischen Altersgenossen diskriminiert werden, wenn sie es wagen, im Ramadan ihr Pausenbrot zu essen, und die zuständige Lehrkraft sie darum bittet, eben das Pausenbrot in abgewandter Haltung – also quasi versteckt - zu konsumieren, macht die Dimension einer mangelhaften Integration und einer missverstandenen religiösen Toleranz deutlich. Dies gilt auch bezüglich der Untersagung von Weihnachtsfeiern in Kindergärten oder KITAs oder für die Verweigerung der Aufstellung eines Weihnachtsbaumes und, um ein letztes Beispiel aus einer durchaus noch verlängerbaren Liste zu erwähnen, für den unter dem Begriff „Ramadan-Polizei“ bekannt gewordenen Vorfall.
Meines Erachtens ist der Islam, also der Islam in der Fassung oder Auslegung, wie sie allerdings von den allermeisten geistlichen Führern vertreten wird, schon allein im Hinblick auf die Tatsache der mangelnden Trennung von Staat und Religion ohnehin nicht demokratietauglich.
Wenn sich die SPD diesen Fakten nicht stellen will und z. B. hinnimmt, dass nicht unwesentliche Teile der Partei sich eher darauf fokussieren, die Verwendung bestimmter Begriffe zu problematisieren, indem etwa der Begriff Clan als diskriminierend definiert wird, statt endlich der Realität gerecht zu werden und Probleme zu lösen, ist sie verloren.
Mit der nahezu konsequenzlosen Hinnahme bzw. dem Herunterspielen solcher – wie oben geschilderten - Vorkommnisse oder Verhaltensweisen schaden wir im Übrigen auch den gut Integrierten und den Integrationswilligen, ohne deren gesellschaftliches Mitwirken unser Gemeinwesen gar nicht mehr auskommen würde. Auch eine notwendige qualifizierte Zuwanderung wird durch die ungelösten Probleme erschwert, wenn nicht gar verhindert.
(Wird fortgesetzt - Teil 1 wurde am 4.4., Teil 2 am 18.4.2026 veröffentlicht und kann hier weiter nachgelesen werden)
*Friedhelm Fragemann fungierte viele Jahre als Fraktionsvorsitzender der SPD im Rat der Stadt Dorsten. 2024 erhielt er für seine Verdienste das Bundesverdienstkreuz. Sein Beitrag, mehrere Teile umfassend, ist von der Sorge über den momentanen Zustand der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands geprägt und als persönliche Meinung zu werten. Sie, in Teilen mit provokantem Unterton, soll motivieren, einen offenen, nicht verletzenden Meinungsaustausch auf dieser Internetseite zu beginnen. Weitere Gastbeiträge, die diesen Aspekt berücksichtigen, sind über die E-Mail-Adresse dirk.hartwich@t-online.de einzureichen.