Thema Fracking - Für Sie gelesen
Der folgende Bericht aus der Ostfriesen-Zeitung wurde uns zugesandt, um unsere Aktivität gegen Fracking zu unterstützen.
Erdgas-Konzern gibt dem Druck nach von Felix Weiper, OZ
Damit erfüllt GDF Suez eine Forderung des Landkreises Leer. Die umstrittene Förder-Technologie, bei der Chemikalien in den Boden gepresst werden, wird seit Jahren in Folmhusen und Breinermoor angewandt.
Der Energie-Konzern GDF Suez, der in Breinermoor und Folmhusen (Kreis Leer) Erdgas mit der umstrittenen Fracking-Methode fördert, reagiert auf den öffentlichen Druck: Das Unternehmen erklärt sich bereit, ein Gutachten in Auftrag zu geben, in dem die Risiken des Fracking für die Region genau untersucht werden sollen.
Das bestätigte Dr.Stefan Brieske, Sprecher von GDF Suez, auf Anfrage der OZ. Die Fracking-Arbeiten an den Bohrstellen im Südkreis Leer werde der Konzern erst fortsetzen, wenn die Ergebnisse des Gutachtens vorlägen, so Brieske.
GDF Suez kommt damit einer Forderung des Landkreises Leer nach. Im Juni hatte sich zunächst der Ausschuss des Kreises für Kultur, Umwelt- und Naturschutz mit dem Fracking-Verfahren befasst. Anfang Juli beriet der Kreisausschuss das Thema und forderte die Einsetzung unabhängiger Gutachter sowie einen vorläufigen Fracking-Stopp. Genehmigungen für den Einsatz der Technik soll es nach dem Willen des Ausschusses so lange nicht geben, bis klar ist, dass die Fördermethode für die Region unbedenklich ist.
Der Grund: Kritiker meinen, das Fracking stelle aufgrund des Einsatzes giftiger Chemikalien eine Gefahr für die Umwelt und insbesondere für das Grundwasser dar.
Die Forderung des Kreisausschusses ist an das für Bohrgenehmigungen zuständige Landesbergamt in Hannover gegangen. Wie der Pressesprecher des Landkreises Leer, Dieter Backer, ausführte, stehen der Kreis, GDF Suez und das Landesbergamt in Gesprächen. Noch sei nicht entschieden, wer das Gutachten erstellen soll. Es soll jedoch ein unabhängiger Wissenschaftler sein. Die Ergebnisse sollen öffentlich vorgestellt werden.
Die Diskussion um das Fracking im Kreis Leer kam auf, nachdem die OZ darüber berichtet hatte, dass GDF Suez in Breinermoor und Folmhusen giftige Chemikalien in den Boden presst. Nach Darstellung des Konzerns und des Landesbergamtes birgt die Fördermethode jedoch keine Risiken. Bei den Bohrungen im Kreis Leer sei zu berücksichtigen, dass die "Frac-Arbeiten in 4400Metern Tiefe und damit weit abseits der Trinkwasser führenden Schichten stattfinden", gibt GDF-Sprecher Brieske zu bedenken. Die Gaslagerstätte Leer werde nach oben hin "durch mächtige Salz- und Tonformationen abgeriegelt". Die Bohrung werde außerdem mit Stahlrohren und einer Zementhülle "sicher abgegrenzt". Die Erdgas-Vorkommen im Kreis Leer lägen weitaus tiefer als etwa die Vorkommen im Münsterland, im Emsland oder im Kreis Vechta. Wie berichtet, protestieren in diesen Regionen Bürger und Kommunalpolitiker gegen Erdgasbohrungen, bei denen die Fracking-Technologie zum Einsatz kommt.