Ein (nicht ganz ernst gemeinter) Vorschlag für die nächste Podiumsdiskussion
Das Format der Veranstaltung „Kandidatengrillen“ hat die vielen Besucher, besonders die jungen, restlos überzeugt.
Die Bürgermeisterkandidaten durften nämlich auf vorformulierte Fragen nur mit dem Kartenzeichen antworten. Ja, Nein oder Enthaltung. Zusätzliche Statements wurden nach 30 Sekunden abgebrochen.
Damit wollten die Jugendorganisationen, die als Veranstalter auftraten, verhindern, dass „gelabert“ wird.
Soweit so gut. Es gibt aber eine Weiterentwicklung. Sie kommt aus Indien. Kein Geringerer als Mahatma Gandhi pflegte an einem Tag in der Woche zu schweigen. Immer montags – 24 Stunden, eine spirituelle Übung. 1921 begann er damit und hielt bis zu seinem Tod 1948 durch.
Eine indische Parlamentsabgeordnete und Wahlkämpferin nahm sich Gandhi jetzt zum Vorbild und führte eine ganz neue Wahlstrategie ein. Sie sagte auf Kundgebungen nichts und hörte nur zu. Und in besonderen Fällen schrieb sie schon mal eine Antwort auf einen Zettel und überreichte diesen dem Fragesteller.
Das wäre doch ein glänzender Vorschlag für die nächste Bürgermeisterkandidatenpodiumsdiskussion.