Silvesterfeuerwerk wieder auf der roten Liste

Bundespolitik

Darauf müssen wir auch in diesem Jahr verzichten.

Eine Branche mit riesigen Existenzsorgen - Eine persönliche Anmerkung von Michael Jäger

Silvester ohne Feuerwerk ist wie Weihnachten ohne Geschenke. OK, der Vergleich hinkt gewaltig, dennoch lohnt ein Blick in die Seelenlage einer ganzen Branche. 21 Mittelstandsunternehmen, zusammengeschlossen in einem pyrotechnischen Industrieverband, bangen um ihre Existenz - und mit ihnen 3000 Mitarbeiter. Umsätze um die 300 Millionen Euro, die ausschließlich an nur 3 Tagen gebucht werden können, werden wie im Vorjahr auf Null fallen. Die aktuell beschlossene Corona-Beschränkung, nämlich wieder ein bundesweites Verkaufsverbot, kommt einem Super-Gau für diese Unternehmen mit ihren Mitarbeitern gleich. Da hilft auch keine Wehmut der Bürgerinnen und Bürger, das neue Jahr wieder nicht mit einem Feuerwerk begrüßen zu dürfen, so wie es jahrhundertelang Tradition war. Dass unsere Gesundheit an erster Stelle aller Überlegungen steht, wird nicht einen Moment lang in Frage gestellt. Aber ein Feuerwerk im Familienkreis unter dem Motto, „weniger kann mehr sein“, hätte vielleicht nicht auf die rote Liste der Corona-Einschränkungsmaßnahmen gehört. Die Mehrzahl der bundesdeutschen Bürgerinnen und Bürger hat sich nämlich seit Monaten verantwortungsvoll verhalten. Sie würde auch am letzten Tag des Jahres nicht davon abweichen.

Die Stellungnahme des Verbandes in Auszügen, vor dem Verbot formuliert, im Wortlaut:

"Noch nie in ihrer Geschichte haben die Unternehmen der pyrotechnischen Industrie in Deutschland den Silvester-Countdown so genau wie jetzt verfolgt. Während die logistischen Vorbereitungen für die Auslieferung der Produkte längst auf Hochtouren laufen, schauen die 21 Mitgliedsunternehmen Tag für Tag mit wachsender Sorge auf immer neue, teils widersprüchliche Statements und Beschlüsse der Politik zum Umgang mit Corona. …

Die Gesundheit der Bürger genießt für den VPI fraglos höchste Priorität. "Für eine funktionierende Volkswirtschaft ist aber auch die Gesundheit klein- und mittelständischer Unternehmen von großer Bedeutung - und die ist massiv angeschlagen", so Schreiber. Er beziffert die durch Corona bis heute aufgelaufenen Bankverbindlichkeiten auf rund 200 Millionen Euro. Und das nur bei den Mitgliedsunternehmen des VPI. "Die einzige Chance, diese finanzielle Last zu schultern, ist ein Silvester 2021 mit Feuerwerk." Das sei aber noch nicht alles. Die Feuerwerksbranche existiere nicht im luftleeren Raum: "Wir haben laufende Verträge mit dem Lebensmitteleinzelhandel", hier vor allem Lidl, Aldi, REWE, Edeka, Kaufland usw. - "ohne ein Silvestergeschäft reden wir auch auf Seiten des Handels von Umsatzeinbrüchen von mehr als 250 Millionen Euro", schätzt Thomas Schreiber. …

Es geht dem VPI nicht darum, die Gefahren durch Corona zu verharmlosen. "Wir begrüßen ausdrücklich jede Form von Impfkampagne. Ob 3-G- oder 2-G-Regelungen, ob Mahnung zur Vorsicht, zur Rücksicht und zum gebotenen Abstand - auch und gerade bei Großveranstaltungen - all diese Bemühungen unterstützen wir. Gerade deshalb sehen wir auch im privaten, im kleinen Feuerwerkserlebnis mit Freunden und Familie eine gute Möglichkeit, Menschenaufläufe zu minimieren, die uns dieser Tage ja schon mehr als genug begegnen." …

"Aber auch unsere Branche braucht Sicherheit", so Schreiber. "Wir brauchen Planungssicherheit und das sichere Gefühl, dass wir unserer Arbeit auch in Zukunft weiter nachgehen können. Sonst sind wir bald Geschichte."

 
 

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