Sport und Politik - Sind Gemeinsamkeiten erkennbar?

Gesellschaft

Winterolympiade. Mehrere tausend Sportler treten gegeneinander an, um sich zu messen. Wer ist schneller, akrobatischer, springt weiter, schießt mehr Tore, trifft mehr Scheiben, bringt mehr Steine in den Zielkreis, … Alle haben eine lange Vorbereitungszeit hinter sich, um am Wettkampftag die beste Leistung abrufen zu können. Parallel wurden sie dazu von einem Trainerteam unterstützt. Sie erhalten Aufmerksamkeit und Beifall, nicht nur wenn sie auf dem Treppchen stehen.
Parteipolitik. Mehrere tausend Politiker, die meisten ehrenamtlich aktiv, stellen sich alle 4 bis 5 Jahre zur Wahl. Sie wollen beweisen, warum sie besser sind als die Konkurrenz. Wer ist glaubwürdiger, seriöser, sympathischer, überzeugender? Fast alle haben sich auf diesen Moment vorbereitet. Sie haben zugehört, Fragen gestellt, mit diskutiert. Ein professionelles Trainerteam gibt es erst in der Liga der Berufspolitiker. Alle die sich ehrenamtlich einbringen, sind häufig auf sich allein gestellt. Natürlich bieten die Parteien auch Unterstützungsseminare an. Die Wirklichkeit, bleiben wir mal bei Kommunalpolitikern, sieht i. d. R. aber so aus: Er oder sie sind noch in der Ausbildung oder bereits berufstätig, haben Familie und Kinder. Sie „müssen“ Parteitermine wahrnehmen, bei örtlichen Vereinen mitwirken sowie möglichst Kirchen- und Gewerkschaftsmitglied sein. Sie sind in kommunalen Fachausschüssen und dem Stadtrat aktiv. Sie sind zeitlich komplett ausgebucht und müssen sich auch noch für die Politik im Land und Bund rechtfertigen. Und das schaffen sie, ohne ein professionelles Trainerteam. Sie haben auch mehr Aufmerksamkeit und Respekt verdient!

Sonntagsgedanken aus Rhade

 
 

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