"Starkes Signal in schwierigen Zeiten!"

Europa

Der Friedensnobelpreis geht an die Europäische Union

Das hat das Nobel-Komitee am Freitag entschieden. „Dieser Nobelpreis ist ein Preis für alle EU-Bürgerinnen und Bürger“, freut sich der Präsident des Europaparlaments Martin Schulz. Der SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück sagte, die Auszeichnung sei ermutigend und beflügelnd.

Mitten in ihrer größten Bewährungsprobe ist die Europäische Union (EU) mit dem Friedensnobelpreis geehrt worden. „Sehr berührt und geehrt“ zeigte sich EU-Parlamentspräsident Martin Schulz nach Bekanntgabe der Entscheidung. Die Europäische Union habe den europäischen Kontinent friedlich vereint und aus ehemaligen Erzfeinden Freunde gemacht. Schulz: „Diese historische Leistung ist zu Recht preiswürdig.“

Steinbrück: Ermutigend und beflügelnd

Den Beitrag der EU zur Sicherung des Friedens in Europa würdigte auch der künftige SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück. Die Auszeichnung sei nicht nur ermutigend und beflügelnd. Sie erinnere vor allem daran, dass Europa seit 60 Jahren in Frieden und – angesichts der jahrhundertelangen Kriege zuvor – „im politischen Ausnahmezustand“ lebe. „Dies ist das eigentliche Signal dieses Preises.“

Der Fortbestand dieses Zustands habe seinen Preis, den gerade Deutschland als bevölkerungsreichstes und wirtschaftlich stärkstes Land zahlen müsse. Steinbrück kritisierte bei einer Diskussion über die Zukunft Europas „kleinkarierte Debatten“ um eine Transfer- und Haftungsunion. „Wir sind drin. Und es wird Zeit, dass wir das den Menschen sagen.“



Europa dürfe nicht nur auf die Währungsunion oder andere ökonomischen Institutionen reduziert werden, sagte Steinbrück. Wichtig sei es, den Menschen die europäischen Traditionen des Rechts- und Sozialstaats und der kulturellen Vielfalt deutlich zu machen. Damit könne auch „rechtspopulistischen dumpfbackigen Parolen“ begegnet werden.

Gabriel: Ein Aufruf an alle Europäer

SPD-Chef Sigmar Gabriel sieht in der Entscheidung des Nobel-Komitees „ein starkes Signal in einer schwierigen Zeit“. Die Auszeichnung sei zugleich auch „ein Aufruf an uns alle, noch mehr Mut zur europäischen Gemeinsamkeit zu haben und noch stärker auf die gemeinsame politische Kraft des geeinten Europas zu bauen.“ Er mahnte, die langfristigen gemeinsamen europäischen Interessen nicht dem „kurzfristigen nationalen Kalkül“ unterzuordnen.

Als älteste Europa-Partei Deutschlands wolle die SPD den Schwung, der von dieser Entscheidung aus geht, dafür nutzen, Europa in Zeiten der Krise weiter zu stärken. „Unser Ziel ist ein demokratisches und soziales Europa als eine starke gemeinsame Interessenvertretung der Europäerinnen und Europäer und als Friedensmacht in der Welt“, betonte Gabriel.

Der SPD-Vorsitzende betonte, die Auszeichnung sei ein "Nobelpreis für Europa!".
Es wäre angemessen, wenn der Preis "nicht von einem Technokraten aus der Kommission entgegengenommen würde, sondern von einem glaubwürdigen Repräsentanten des demokratischen Europa - vom Präsidenten des Europäischen Parlaments. Martin Schulz ist der Repräsentant der Bürger und Bürgerinnen Europas."
Die mit 930.000 Euro dotierte Auszeichnung wird am 10. Dezember, dem Todestag des Stifters Alfred Nobel in Oslo überreicht.

www.spd.de

 
 

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